Einmal um die Welt: Wie Extremsport & Technologie Menschen verbinden

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Wie denken Jugendliche über die Welt? Was sind ihre Träume und Zukunftspläne? Was macht sie glücklich? Mit “7 CONTINENTS” hat Norman Bücher ein außergewöhnliches Projekt gestartet, das den Jugendlichen der Welt eine Stimme gibt. Wir sprechen mit dem Extremläufer über besondere Momente dieser Reisen, technologische Herausforderungen und die Kraft der mentalen Stärke.

“Ich glaube daran, dass jeder junge Mensch das Potenzial hat, im Rahmen seiner Möglichkeiten einen kleinen positiven Unterschied da draußen zu bewirken. ”

— Norman Bücher, Extremläufer, Speaker & Autor

Guest List

  • Norman Bücher Extremläufer, Speaker & Autor
  • Stefan Schmugge Moderator, Dell Technologies
  • Maria Nestroi Co-Moderatorin, Dell Technologies

Maria Nestroi: Hallo, zurück auf der Road to 2030, dem Podcast zu Technologie und Gesellschaft von Dell Technologies und Intel. Ich freue mich sehr auf unseren heutigen Gast, Norman Bücher, Extremsportler, Autor, Vortragsredner, Diplom-Betriebswirt und ehemaliger Unternehmensberater. Ich bin Maria und werde euch wie immer mit leckeren Content-Snacks versorgen. Seid ihr bereit? Dann Anschnallen nicht vergessen! #00:00:38.

Somit begrüße ich herzlich Stefan am Steuer. Hallo Stefan und hallo Norman! #00:00:48.7

Norman Bücher: Hallo Maria! #00:00:49.9#

Stefan Schmugge: Grüß dich auch, Norman! Grüß dich, Maria! Wie war eure Woche? #00:00:55.3#

Norman Bücher: Ja, so ziemlich sportlich, würde ich sagen, Stefan. Liegt bei mir so ein bisschen auf der Hand oder in meiner Welt. Aber bisher eine sehr sportliche Woche. #00:01:07.2#

Maria Nestroi: Meine Woche war auch super, ich war natürlich auch beim Sport und wie immer auch in meinem Kino. Ja, war super. Ich hoffe, deine auch, Stefan. #00:01:16.7#

Stefan Schmugge: Prima, geht mir genauso. Das heißt, drei Sportbegeisterte heute unter sich. Jetzt fragt sich wahrscheinlich das Auditorium: Was haben eigentlich Sport, und da lege ich sogar noch eins drauf, nämlich Extremsport, Technologie und ein Projekt für Jugendliche gemeinsam? Da werden wir gleich ein bisschen aufklären. Wir sprechen nämlich mit Norman über seine Reise durch 70 Länder und erfahren mehr darüber, was genau unseren Jugendlichen heute wichtig ist. Dann sprechen wir darüber, für mich als CrossFitter natürlich sehr interessant, wie schafft man es, Grenzen zu überschreiten und mentale Stärke weiterzuentwickeln? Und worüber wir auch noch sprechen: Jeder kennt das wahrscheinlich heute in der Gesellschaft, man spricht eigentlich immer wieder von höher, schneller, weiter, mehr und so weiter. Ist das eigentlich ein Mindset-Mythos oder ist das wirklich ein Erfolgserlebnis? Von daher, Norman, wir freuen uns, dass du bei uns bist. Sitzt du bequem und können wir losfahren? #00:02:13.2#

Norman Bücher: Wir können losfahren, ich sitze bequem, oder in meinem Falle besser sogar loslaufen. #00:02:18.7#

Stefan Schmugge: Okay! Dann laufen wir mit dir gemeinsam. Aber bevor wir das machen, machen wir immer mit unseren Gästen einen kurzen Speed-Check. Das heißt, wir schmeißen zwei Begriffe in den Raum und schauen mal, für welchen du dich spontan aus dem Bauch heraus entscheidest. Und so lernen wir dich ein bisschen besser kennen und die Zuhörer*innen lernen dich dann auch ein bisschen besser kennen. Können wir loslegen? #00:02:42.9#

Norman Bücher: Wunderbar! Legen wir los. #00:02:45.7#

Stefan Schmugge: Feuer frei! Lieber Hörbuch oder Musik unterwegs oder beim Laufen? #00:02:50.6#

Norman Bücher: Hörbuch ohne Laufen. #00:02:53.9#

Stefan Schmugge: Hörbuch ohne Laufen. Okay! Wenn du die Wahl hast, Fleisch oder vegetarisch? #00:02:59.9#

Norman Bücher: Ganz klar, vegetarisch. #00:03:02.2

Stefan Schmugge: Bei Social Media, lieber Twitter, lieber Facebook oder lieber Instagram? #00:03:08.9#

Norman Bücher: Ui-ui-ui! Qual der Wahl, ich nehme Instagram. #00:03:15.6#

Stefan Schmugge: Alles klar, okay! Du hättest auch alle drei nehmen können, aber in dem Fall eine sehr gute Antwort. #00:03:20.3#

Norman Bücher: Einer reicht. Einer reicht. #00:03:22.3#

Stefan Schmugge: Wenn du läufst, dann lieber eher im Norden oder lieber im Süden? #00:03:28.8#

Norman Bücher: Süden. #00:03:30.5#

Stefan Schmugge: Süden, wenn du uns noch verrätst, warum? Damit wir dich noch ein bisschen besser kennenlernen. #00:03:34.7#

Norman Bücher: Ich mag grundsätzlich eher die wärmeren Gefilde, mehr Sonne, mehr Wärme, manchmal sogar auch Hitze. #00:03:43.3#

Stefan Schmugge: Sehr cool! Und wenn du die Wahl hast, lieber Postkarte für Freunde oder Grüße über WhatsApp? #00:03:51.5#

Norman Bücher: Oh! Dann doch die gute alte Postkarte an Freunde. #00:03:56.0#

Stefan Schmugge: Großartig! Fast schon ein bisschen Old School, aber Old School wird wieder in. Von daher finde ich das echt gut. Danke schön! Zur Entspannung Tee oder heiße Schokolade? #00:04:06.9#

Norman Bücher: Ach! Doch die heiße Schoki. Ganz klar!

Stefan Schmugge: Da kommt noch die letzte Frage dazu: Lieber mit oder lieber ohne Sahne? Und dann sind wir auch schon fertig. #00:04:18.2#

Norman Bücher: Ah! Jetzt müssen wir noch mal, jetzt hören mich ganz viele, sehen mich ganz viele, als Sportler müsste ich ohne Sahne sagen. Aber ach, doch mit Sahne. #00:04:27.7#

Stefan Schmugge: Das ist gut. Ich glaube nämlich, wir kommen später noch dazu, du bist nicht nur ein normaler Sportler und du läufst nicht nur ein kleines bisschen, von daher ist die Sahne wahrscheinlich einfach relativ schnell weggeatmet oder weggelaufen. Klasse! Vielen Dank für das Kennenlernen! Von daher sind wir auch schon mittendrin, starten los und sprechen ein bisschen über das, was dich doch relativ außergewöhnlich macht. Du bist Extremsportler, allerdings mit einer Mission. Denn die meisten Extremsportler, denen geht’s natürlich, können wir gleich nochmal hinter die Kulissen schauen, ob es bei dir auch so ist, um das Thema Nervenkitzel, um das Thema Sensation, sich immer weiter an die Grenzen pushen. Du verbindest deine Leidenschaft aber mit einem spannenden Projekt, was da heißt 7 CONTINENTS. Da gehen wir sicherlich auch gleich noch ein bisschen ins Detail. Und gleichzeitig coachst du Menschen mithilfe der Erfahrung, die du über den Extremsport gesammelt hast. Wenn ich jetzt mal sagen würde, – weil Maria und ich auch immer sagen, wir sind so Filmjunkies – welcher Film würde mir dazu einfallen? Natürlich als allererstes: Forrest Gump. Vielleicht erklärst du uns ein bisschen, wie du als der neumoderne deutsche Forrest Gump durch die Welt läufst und dabei Gutes tust. #00:05:47.0

Norman Bücher: Forrest Gump, Stefan, ist ein verdammt gutes Bild. Das wäre auch mir gleich in den Kopf gekommen in Sachen Film. Ich sag mal so, ich war auch ganz lange Zeit, über viele Jahre, so mit diesem Höher-Schneller-Weiter-Virus infiziert: einfach mehr Kilometer, mehr Höhenmeter, nicht nur eine Wüste, gleich zwei Wüsten. Und habe aber gemerkt so über die Jahre, mir hat was gefehlt. Das war sehr egozentriert, sehr auf Leistung aufgebaut und mir hat einfach ein Sinn dahinter gefehlt: Warum läufst du jetzt durch die Welt? Warum läufst du durch Wüsten? Warum machst du das Ganze? Dann hatte ich Ende 2015 ein Gespräch mit meiner Tochter, die war damals fünf. Ich weiß noch, wir saßen da Anfang Dezember am Frühstückstisch bei uns und Anfang Dezember, drei Wochen vor Weihnachten, und sie wollte Schnee, sie wollte Schlitten fahren, was eben junge Menschen so machen mit ihren fünf Jahren. Ich weiß noch, wir sitzen da bei uns am Küchentisch, und die Stimmung, die war merklich getrübt. Dann fragt sie mich: Papa, warum tut ihr Erwachsenen nichts? Mit der Frage hat für mich so alles angefangen. Die Frage hat mich ganz lange beschäftigt: Warum machen wir Erwachsenen oder warum tue ich erstmal als erwachsener Mensch nichts oder viel zu wenig? Mit der Frage hat es angefangen. Ich habe mich selbst gefragt: Was kann ich denn machen? Jetzt habe ich fast zwei linke Hände, ich bin da technisch relativ unbegabt. Aber was ich gut kann, ist laufen, lange laufen, weit laufen, Menschen inspirieren, Vorträge halten. Und so ist die Idee dann sukzessive zum Projekt 7 CONTINTENTS entstanden. #00:07:32.7#

Maria Nestroi: Das klingt doch super. Erzähl uns doch noch mal ein bisschen mehr. Was sind denn so die Ziele? Wie muss man sich die ganze Idee vorstellen? #00:07:40.2#

Norman Bücher: Angefangen oder inspiriert durch meine Tochter habe ich mich gefragt: Ja gut, wo fängst du jetzt an? Der Grundgedanke war und ist: Hör doch den jungen Menschen erst mal zu. Lauf durch die Welt und frag erst mal die Kinder und Jugendlichen, was sie von der Welt, von der Zukunft denken, was ihre Meinungen sind, was ihre Träume sind, was ihnen Angst macht. So habe ich 7 Fragen entwickelt. Ich sage immer, ich laufe mit den 7 Fragen so in meinem Laufrucksack durch die Welt und stelle diese 7 Fragen den jungen Menschen in Deutschland, in Europa, in Asien, in Afrika, auf der ganzen Welt, auf allen Kontinenten. Und laufe jedes Jahr so ein Teilstück auf jedem Kontinent und frage da und spreche vor allem mit den jungen Menschen, ob es in Schulen sind, ob das auf der Straße ist, auf Sportplätzen, ich gehe da wirklich spontan oder angemeldet in Universitäten, in Schulen. Mich interessiert einfach die Meinungen, die Sichtweisen der jungen Menschen, was Sie über ihre Welt, über ihre Zukunft denken. #00:08:45.7#

Stefan Schmugge: Das ist schon mal ein sehr spannender Ansatz. Vielleicht spannen wir den Bogen noch mal. Du hast gesagt, 2015 am Küchentisch zum Thema Weihnachten. Jetzt, wenn ich richtig gelesen habe, hast du 2019 dieses Projekt 7 CONTINENTS gegründet oder gestartet und hast also angefangen, mit so einem, man kann fast schon sagen, mit einer laufenden Weltumrundung, um eben das Thema Kinder, Jugendliche, jungen Erwachsenen eine Stimme zu geben. Wie genau kam es zu der Idee? War das wirklich dieser Moment deiner Tochter oder gab‘s dazu noch eine andere Inspiration, die du bekommen hast? #00:09:25.6#

Norman Bücher: Die grundlegende Inspiration war einfach meine Tochter. Die hat mich da einfach gepackt und mit dieser Frage vor allem wirklich im Herzen berührt und bewegt. So hat es ganz harmlos angefangen. Ich habe gesagt, jetzt, bevor ich da durch die ganze Welt laufe, fang erstmal mit einem Prolog an, so habe ich das ganze getauft, laufe erstmal durch dein Heimatland. Und bin dann von Straßburg, 2018 war das sogar schon, 2018 von Straßburg vom Parlament bis Berlin gelaufen, bis zum Brandenburger Tor. Und bin da in 17 Tagen durch Deutschland gelaufen und habe da auf diesem Weg 17 Tage 750 Kilometer über 3000 Stimmen von jungen Menschen erst mal im Heimatland gesammelt, bevor es dann 2019 auf die erste richtig große Etappe dann von Berlin nach Istanbul ging. #00:10:13.9#

Stefan Schmugge: Wow! Das ist schon mal eine Strecke. #00:10:18.2#

Maria Nestroi: Ja, Wahnsinn! Wie viele Kilometer sind das? Weißt du das gerade? #00:10:21.2#

Norman Bücher: Berlin, Istanbul waren es knapp 2500 Kilometer. Ich habe mir aber auch zwei Monate Zeit gelassen oder Zeit genommen. #00:10:31.2#

Stefan Schmugge: Wow! Da sind wir schon mittendrin. Also als Lauf-Legastheniker, ich muss sagen, ich mache zwar Sport und ich mache auch gerne Sport, aber wenn ich eine Sache überhaupt nicht kann, dann ist es wirklich laufen oder vor allem lange laufen. Wenn ich mir dann vorstelle, dass du nicht nur mal eben von Straßburg nach Berlin läufst, sondern eben nach Istanbul, dann kann ich mir vorstellen, warum man dafür ein bisschen länger braucht. Und vielleicht nimmst du uns noch mal mit in die Phase davor. Ich kann mir vorstellen, dass solche Reisen sehr, sehr gut geplant und vorbereitet werden müssen. Was genau machst du da, und wie planst du vor allem auch deine Trips? #00:11:10.3#

Norman Bücher: Das eine, und ich glaube, das liegt auf der Hand, ist die sportliche Vorbereitung, körperliches Training, Lauftraining, glaube ich, das ist selbstredend. Das zweite, mindestens genauso wichtig ist das ganze Mentale, mentales Training, mentale Stärke. Da mache ich sehr viel mit dem Kopf, mit den Gedanken, mit dem geistigen Training. Und das dritte, und das sehe ich mittlerweile sogar als mit den wichtigsten Punkt an, ist das ganze Thema Organisation, Logistik, Routenplanung, Technologie, eine Fahrzeugplanung. Ich habe ein Team dabei. Also dass das alles aufeinander abgestimmt ist, dass wir dann diese 17 Tage zum Beispiel durch Deutschland, das ist alles harmonisiert, dass wir dann an dem Ort ankommen, dass wir da zum Beispiel von der Schule oder auch in den Hauptstädten in Europa von einem deutschen Botschafter empfangen werden. Das heißt, die Termine müssen koordiniert werden, auch die Dokumentation. Ich halte die Momente, die Stimmen halte ich fest, die werden in dem Film, in Buchprojekten werden die geteilt, ist ja Teil des Projektes. Das heißt, das darf im Vorhinein natürlich sehr, sehr gut geplant werden. #00:12:17.6#

Maria Nestroi: Norman, was mich jetzt noch interessiert: Welche Technologien oder welche Geräte nutzt du denn während deiner Reisen? #00:12:24.4#

Norman Bücher: Ich bin meistens relativ schlank unterwegs, also ich bin da bestenfalls, in Asien letztes Jahr, kurz vor Corona, war es so, ich habe da so ein, könnt ihr euch vorstellen, Ziehwagen gehabt, einen Rucksack drauf, und alles, was ich für diese vier Wochen Asientour gebraucht habe, habe ich hinter mir hergezogen. Das heißt, ich habe kein großes Equipment, aber was ich definitiv brauche, ist immer Internet. Ich habe immer so einen mobilen Hotspot dabei, ich habe immer mein Smartphone dabei, mit dem ich nicht nur telefoniere oder WhatsApp und Nachrichten schreibe, sondern auch Bilder mache. Ich habe eine GoPro Kamera dabei, ich habe ein paar Apps dabei. Also klein und fein, auch ein kleines Tablet dabei, mit dem ich auch dann die Bilder sichere und festhalte. Also ein kleines, feines Set an Ausrüstung, die trage ich bei mir. Es darf leicht sein, es darf wenig Volumina haben, und vor allem natürlich wenig Gewicht haben. #00:13:21.3#

Maria Nestroi: Klingt spannend! Gab‘s denn schon mal Probleme mit dem Internetzugang oder funktioniert das überall auf der Welt? #00:13:26.9#

Norman Bücher: Ach, oh! Ich fange mal mit der Geschichte in Indien an. Da war ich letztes Jahr noch kurz vor Corona. Und da kam ich wirklich von Bhutan nach Indien rein über die Grenze. Dann ist es so, kenne ich von anderen Ländern, du holst deine SIM-Karte ganz einfach, setzt die in dein Handy ein und ratzifatzi hast du auch Internet. In Indien war das etwas mühsamer, ich drücke es mal so aus. Und habe da wirklich fast eineinhalb Tage gebraucht, diverse Shops und Vermittler, bis ich wirklich so eine SIM-Karte von einem indischen Mobilfunkanbieter hatte, mit dem ich wirklich ins Internet gehen konnte. Es hat mich fast zwei Tage meiner kostbaren Reisezeit dann gekostet. Aber auch das war eine Erfahrung. Und ob es jetzt mit Technologie oder mit sowas für uns in Deutschland oder in der westlichen Welt Alltägliches wie Internet zu tun hat, dann sage ich, wir gehen jetzt hier ins Internet, das ist was Selbstverständliches. Aber auf Reisen in einem Land wie zum Beispiel Indien kann das durchaus eine Herausforderung darstellen. #00:14:32.5#

Stefan Schmugge: Das kann ich mir gut vorstellen. Vor allem, wenn ich mir jetzt angucke, was meine Kinder dazu sagen würden, wenn sie nur minutenlang ohne Internet sind. Ich glaube, die würden einfach total durchdrehen, wenn das zwei Tage lang ein Lockdown wäre ohne Internet. Aber du hast dich beschäftigt, du bist gelaufen, von daher ist das wahrscheinlich gar nicht so problematisch. Ich würde mich freuen, wenn du noch ein bisschen was teilst über, zum einen die Eindrücke und die Gespräche, die du dort mit den jungen Menschen hast, also worüber sprecht ihr, das ist das eine. Und das andere, du hast schon erklärt, du organisierst die Tour natürlich vorher präzise, aber wie genau kommst du jetzt mit diesen jungen Menschen in Kontakt? Läufst du einfach zu einer Schule, klopfst da an und sagst „Hey hallo! Ich bin jetzt hier. Ich würde gern mal mit euch quatschen.“? Oder wird das irgendwie über Facebook, übers Internet organisiert? Oder hast du dort in jedem Land Ansprechpartner, die diese Sachen für dich organisieren? #00:15:30.3#

Norman Bücher: Ich habe oder wir haben angefangen in Deutschland und wie so durch diese deutsche Brille denkend haben wir da durch diese 17 Tage durch Deutschland jede Schule oder jeden Tag peinlichst genau organisiert im Vorhinein mit der Uhrzeit, mit dem Termin, mit einem Ablaufplan et cetera. Und das war in Deutschland, und das hat sich sehr schnell geändert, als wir dann von Deutschland weggekommen sind, in Tschechien, in Österreich ging es so ähnlich weiter, aber dann spätestens Richtung Serbien, Bulgarien, Türkei, war das ein ganz anderes Setting. Da sind wir, also a) haben wir gar nicht die Chance bekommen, über Termine vorab aus Deutschland da in die Schulen zu kommen, und sind dazu übergegangen, wirklich spontan auf der Straße on the way in die Schulen zu gehen, also ohne Termin, ohne Ankündigung rangekommen, so auch mit meinem Lauf-Outfit einfach so rein. Und das war eine wunderbare Erfahrung, weil in keiner Schule wurden wir abgewiesen, ganz im Gegenteil, wir wurden an fast jeder Schule empfangen. Wir haben in Ungarn, ich weiß noch, das war die erste Schule in Ungarn, einen warmen Lángos habe ich da bekommen, und einen Kaffee haben wir bekommen im Lehrerzimmer. Also an jeder Schule wurden wir mit Offenheit, mit einer Warmherzigkeit empfangen und haben da gleich eine Klasse bekommen und durften unser Projekt vorstellen und sind da relativ schnell auch mit den jungen Menschen in Kontakt gekommen. #00:16:54.3#

Maria Nestroi: Und sag mal, entwickeln sich daraus auch langfristige Kontakte oder vielleicht sogar Freundschaften? #00:17:00.6#

Norman Bücher: Ein Teil des Projektes ist von 7 CONTINENTS oder auch von der 7 CONTINENTS Academy, dass wir Partnerschulen auch langfristig gewinnen wollen. Also wir sagen, nicht nur einmal hin und wir sprechen mit den jungen Menschen oder halten dort einen Vortrag und sind wieder weg. Nein, wir wollen mittel- bis langfristig auch Synergien schaffen, wir wollen Netzwerke schaffen, wir wollen die jungen Menschen vernetzen, wir wollen langfristig auch den Austausch haben. Und deshalb sind wir auch langfristig mit Partnerschaften mit Schulen interessiert. #00:17:33.4#

Stefan Schmugge: Jetzt zoomen wir noch mal ein bisschen rein in das Thema 7 CONTINENTS. Dort geht es hauptsächlich um das Thema Zukunft und das Thema zusammenleben familiär, aber eben auch in der Gesellschaft, und natürlich auch um das große Thema Umwelt. Du sprichst mit den jungen Menschen über Träume, du sprichst aber auch über Pläne, Zukunftsaussichten, und natürlich auch so ein bisschen über Ängste und vielleicht sogar Sorgen. Was sind denn jetzt diese 7 Fragen, die du innerhalb deines Projektes den Kindern und Jugendlichen stellst? #00:18:05.2#

Norman Bücher: Es sind 7 Fragen, die erste ist: Was ist dein größter Traum? Was macht dir Angst? Wir sprechen über Ängste. Wir sprechen, wie du schon gesagt hast, Stefan, über die Zukunft, also: Was erwartest du von der Zukunft? Spannend auch die Frage die der Natur: Was bedeutet Natur für dich? Auch die Frage Veränderung finde ich extrem interessant: Stell dir vor, du bist Bürgermeister deiner Stadt. Was würdest du zuerst verändern wollen? Die Frage der Botschaft: Was möchtest du den Staats- und Regierungschefs gerne mitteilen? Und die Frage, auch die, ob jung oder auch alt, ich glaube, jeder Mensch, die ist generationenübergreifend, auch länderübergreifend, die Frage des Glücks: Was macht dich glücklich? Ich glaube, jetzt haben wir alle, jetzt haben wir die 7 Fragen beisammen. Ich finde es spannende Fragen. Und auch da habe ich jetzt mittlerweile nach zwei Jahren des Projekts über 7000 Antworten schon bekommen. #00:19:12.4#

Stefan Schmugge: Norman, das passt wirklich unheimlich gut zusammen. 7 Fragen, 7 CONTINENTS, eingesammelte 7000 Antworten. Ich find‘s toll, besonders welche Arten von Fragen ihr stellt in diesem Zusammenhang, um einen Gesamteindruck zu bekommen, welche Kinder in welchen Ländern was genau antworten. Jetzt muss man sich aber vorstellen, wenn man das Bild nochmal nimmt von dem Film Forrest Gump, du läufst also von Land zu Land. Wahrscheinlich kannst du nicht jede Sprache. Stelle ich mir das richtig vor, dass du manchmal in so einem Raum voller Kinder sitzt und du so ein bisschen mit Arm und Fuß und mit Zeichensprache arbeitest? Oder wie genau kommuniziert ihr da? Ich meine, wahrscheinlich können nicht alle Kinder Englisch und du kannst wahrscheinlich auch nicht die Landessprache. Das stelle ich mir spannend vor. Nutzt du da zum Beispiel auch Technologie oder wie machst du das? #00:20:02.5#

Norman Bücher: Es ist in der Tat extrem spannend, Stefan. Weil das haben wir relativ schnell gemerkt, als wir da von Deutschland weggelaufen sind, also spätestens Richtung Serbien, Ungarn, Bulgarien. Dann laufe ich nicht nur in Städten oder Großstädten, sondern vor allem auch in ländliche Gegenden. Dann ist die sprachliche Verständigung relativ schnell, es sind da enge Grenzen gesetzt. Und da sind wir übergegangen, ob jetzt mit Apps oder irgendwie mit Translatorn. Also könnt ihr euch so vorstellen: Da gehe ich wirklich in die Schulen rein und ich spreche eine Frage ins Handy rein, in meine App Translator, und umgekehrt der junge Mensch gegenüber macht dasselbe, um uns zu verständigen. Aber das Schöne ist, es gibt Technologien, die das genau ermöglichen, die so eine Verständigung herstellen. Und das Gefühl ist, das Ganze wird natürlich durch so eine Technologie einfacher gemacht und gleichzeitig hast du das Gefühl oder habe ich das Gefühl, mit Händen, Füßen, mit Gestik, mit einer Mimik ist trotzdem eine Verständigung, ein Verständnis möglich. #00:21:07.1#

Maria Nestroi: Norman, jetzt hast du auch schon viel erzählt, was du so an Technik und Geräten auf deinen Reisen dabeihast. Wie dokumentierst du diese Besuche oder die Fragen an die Kinder und Jugendlichen? #00:21:19.0#

Norman Bücher: Zum einen habe ich eine Projekt-Webseite. Jetzt kann man sagen, ja, Webseite ist so ein Must Have, nichts wirklich Besonderes. Ich habe letztes Jahr zwei Bücher, allein zwei Bücher in einem Jahr über das Projekt rausgebracht, mit vielen Bildern, mit vielen auch handschriftlichen Stimmen von jungen Menschen. Wir verteilen immer so Booklets in den Schulen und da schreiben sie wirklich handschriftlich auch ihre Antworten zu den 7 Fragen in diese kleinen Büchlein. Diese handschriftlichen Stimmen haben wir wirklich auch abfotografiert und in das erste Buch gebracht, in den ersten Bildband gebracht. Also die Stimmen geteilt auf diesem Wege, es wird ein Dokumentarfilm am Ende des Projekts geben, es wird weitere Buchprojekte geben. Also möglichst viele Menschen sollen, dürfen einfach die Antworten der jungen Menschen lesen und erfahren. Und das ist auch ein Teil des Projekts, einfach diese Stimmen nicht für uns zu behalten, sondern einfach sie mit der Welt zu teilen. #00:22:17.6#

Maria Nestroi: Klingt auf jeden Fall superspannend. Ich glaube, das Buch werde ich mir demnächst auch mal kaufen. Aber geht ihr vielleicht auch noch weiter, also zum Beispiel in eine Zusammenarbeit mit Schulen oder Universitäten? Das könnte ich mir ganz gut vorstellen. #00:22:31.8#

Norman Bücher: Absolut, Maria! Da sind wir dabei, genau das umzusetzen, dass wir sagen: Bücher, Filme ist das eine, also was die Qualität der Stimmen, du kriegst nämlich immer nur Auszüge da rein. Aber dass wir insgesamt auch von der Quantität der Stimmen eine Art wissenschaftliche Auswertung in Kooperation mit zum Beispiel einer Hochschule oder Universität anstreben. Also das ist mittel- bis langfristig geplant. Und bringt noch mal eine andere Perspektive in das Projekt. #00:23:01.7#

Maria Nestroi: Superinteressant! Sag mal, jetzt hast du vorhin schon gesagt, 7000 Antworten hast du schon ungefähr bekommen. Welche Themen oder welche Ansichten spielen denn bei Jugendlichen besonders stark eine Rolle? #00:23:16.3

Norman Bücher: Wenn ich das komprimiert auf einen Begriff, auf ein Thema runterbrechen dürfte oder müsste, – jetzt kann man sagen, das ist keine große Überraschung – ist es das Thema Klima, Klima/Umwelt, was die jungen Menschen, ob in Deutschland, in Serbien, in Indien, in Nepal am stärksten beschäftigt mit vielen Facetten. Zum Beispiel einmal ist es Plastik, das andere ist Artensterben, das andere ist Müll oder Treibhausgase. Also mit unterschiedlichen Facetten, aber immer in dem Kontext Umwelt oder mit Klima verbunden. Das ist schon das Thema, das die jungen Menschen am stärksten umtreibt. #00:24:00.5#

Stefan Schmugge: Norman, du hast gesagt, bei 7 CONTINENTS wollt ihr mit den vielen, vielen Jugendlichen, die du getroffen hast, eine langfristig positive Bewusstseinsveränderung bewirken, damit die Welt ein kleines bisschen bessermachen. Jetzt macht ihr mit diesen Reisen wirklich immer nur so einen initialen Kickoff, würde man neudeutsch sagen, oder eigentlich so einen Startschuss der Initiative. Wie bleibt ihr denn aber danach mit den Jugendlichen, mit den jungen Menschen, mit den Kindern in Kontakt? Vernetzen die sich untereinander? Gibt’s da irgendwelche Aktivitäten? Wie geht das weiter? #00:24:34.8 

Norman Bücher: Eine extrem spannende Frage, Stefan. Und die habe ich mir auch ganz lange gestellt, neben diesem Kickoff und dieser Initialzündung. Deshalb sind wir dazu übergegangen und haben das letztes Jahr wirklich auch in die Tat umgesetzt: Neben dem reinen Projekt 7 CONTINENTS die 7 CONTINENTS Academy haben wir da letztes Jahr ins Leben gerufen. Bei der geht’s wirklich darum, dass wir sagen: Losgelöst von dem Lauf, auch von dieser Initialzündung, wollen wir jungen Menschen mittel- bis langfristig Impulse geben, wollen wir sie auch an die Hand nehmen, ihnen die Werkzeuge geben, Kompetenzen vermitteln, wie sie in ihrem Umfeld, ob sie jetzt in Serbien wohnen, in Bulgarien, in Deutschland, in Indien, egal wo sie sind, in ihrer Welt einen positiven Unterschied machen. Das wird sehr stark online gestützt sein, wir haben ein Zukunftsbotschafter-Programm. Das ist sehr ähnlich, wie ich es aktuell mache mit vielen Schulvorträgen, dass sie sagen, sie gehen bei sich in Schulen, in Einrichtungen und tragen den Gedanken, die Philosophie von 7 CONTINENTS in ihr Umfeld und geben das weiter und teilen das Ganze. Also sie kriegen so, ich sag jetzt mal, um ein Bild zu geben, so einen Werkzeugkasten voller Tools, voller Fähigkeiten, Möglichkeiten an die Hand, die sie in ihrem Umfeld anwenden und umsetzen können. #00:26:02.4

Stefan Schmugge: Da fällt mir wieder der Film Forrest Gump ein, weil am Ende ist es ja so, da läuft Forrest voraus und alle anderen Leute laufen hinterher die ganze Zeit. Das heißt, die laufen erstmal mit dir mit, biegen dann irgendwann ab und organisieren quasi ihre eigenen Gespräche mit anderen Jugendlichen. Find ich toll. Ist ein schönes Bild. Großartig, dass ihr das initiiert habt oder dass ihr das durchführt. #00:26:25.7#

Maria Nestroi: So! Ich weiß nicht, wie es euch geht, ich finde, wir könnten mal einen kurzen Snack vertragen. #00:26:31.3#

Stefan Schmugge: Oh ja! #00:26:32.2#

Norman Bücher: Mmh! #00:26:33.5#

Maria Nestroi: Und zwar habe ich rausgefunden, dass laut der SINUS-Jugendstudie 2020 die Jugend zunehmend ernster und besorgter wird. Norman, was denkst du, warum ist das so? Und denkst du, das ist eine globale Entwicklung? #00:26:47.9#

Norman Bücher: Ja und Nein. Also ich teile das, was du eben gesagt hast, Maria, das ist auch mein Empfinden durch die Gespräche, dass die Angst, vor allem die Angst vor der Zukunft, ob es jetzt in einem globalen Kontext zu verstehen ist, aber auch die Angst um die eigene Zukunft, finde ich einen Arbeitsplatz, ist mein Auskommen, mein Einkommen gesichert, ist überhaupt meine Existenz gesichert, also da treiben junge Menschen viele, viele unterschiedliche Ängste um. Deshalb teile ich das eins zu eins, was du eben gesagt hast, Maria. #00:27:24.3#

Maria Nestroi: Ja, superinteressant, Norman. Wie sieht‘s denn aus mit dem Thema Sicherheit? Also Sicherheit im Sinne von Existenz, hast du gerade schon angesprochen. Aber ich möchte noch mal den Bogen zur Technologie spannen. Wie ist es denn mit Sicherheit der Daten zum Beispiel? Machst du auch Erfahrungen damit? #00:27:41.1#

Norman Bücher: Ja, also es ist ein Thema, das sie einfach umtreibt, was passiert mit den Daten. Bin ich geschützt mit dem, Stichwort Konsum, wenn ich jetzt sage, ich tue irgendwo meine E-Mail-Adresse preisgeben, was passiert damit. Da ist mein Empfinden, mein Gefühl, dass die jungen Menschen da noch kritischer geworden sind, noch stärker nachhaken, nachfragen, und das ist einfach nicht nur auch eine Selbstverständlichkeit, ich gebe halt meine Daten preis, dass sie da auch sehr stark fast schon einen Schutzpanzer um sich bauen und das sehr mit kritischem Denken verbunden betrachten. #00:28:20.7#

Stefan Schmugge: Vorhin klang ein Ort, an dem du relativ häufig bist, an, nämlich das Thema Schule. Also nicht du gehst mehr zur Schule, sondern du gehst in Schulen oder du läufst in Schulen und hältst dort Vorträge. Auf der einen Seite natürlich zu Schülern, aber auf der anderen Seite auch zu den Nachwuchskräften der Arbeitswelt von morgen. Und wie ich rausgehört habe, ist ein zentrales Thema sehr stark das Thema Nachhaltigkeit. Aber da würde mich noch mal interessieren, in was für eine Detailtiefe tauchst du denn dort ab? Geht es dir da um das Thema nachhaltigen Lebensstil, Information über Konsumverhalten, Ökologie, Klima & Co.? Oder worüber sprichst du dort mit den Jugendlichen? #00:29:06.2#

Norman Bücher: Die grundlegende Botschaft ist die bei so einem Schulvortrag, dass ich sage, jeder junge Mensch, und daran glaube ich, dass jeder junge Mensch das Potenzial hat, im Rahmen seiner Möglichkeiten einen kleinen positiven Unterschied da draußen zu bewirken. Ob es jetzt im Konsumverhalten ist oder er gründet selbst einen Verein oder macht einen Spendenlauf, dass jeder die Möglichkeit, das Potenzial hat, da draußen etwas zu bewirken und was zu verändern. Also wir reden ganz stark über eine Eigenverantwortung, wir reden über Selbstwirksamkeit, über neue Werte, über eine innere Haltung. Und wir reden auch ganz stark, und da merke ich, das ist den jungen Menschen wirklich ein Anliegen, da beschäftigen sie sich damit, das ist über das Thema Sinn. Also einen eigenen Sinn, ob es jetzt die Arbeitswelt ist, ich möchte nicht einfach nur einen Beruf oder einen Job haben, nein, ich möchte was finden, was machen, woran ich einen Sinn erkenne. Ein Berufsfeld, ein Beruf, Tätigkeiten, worin ich einen Sinn erkenne. Also da merke ich ganz schnell, das stößt auf Resonanz, da sind ganz viele Fragen da, da sind ganz offene Ohren da bei den jungen Menschen, und das ist ein Thema, was sie extrem beschäftigt. #00:30:16.7#

Stefan Schmugge: Ich weiß, dass dein Projekt oder euer Projekt noch gar nicht so alt ist, aber wenn ihr speziell über solche Geschichten sprecht, über die Sinnfrage oder aber auch das, was die Kinder und Jugendlichen, jungen Menschen dann irgendwann mal machen wollen, gab’s da schon sowas wie so eine kleine Erfolgsgeschichte oder so eine Rückmeldung, dass irgendjemand sagt, Mensch, vielen Dank für deinen Motivationsanstoß, ich bin jetzt das und das geworden oder ich habe das und das erreicht? #00:30:42.2#

Norman Bücher: Vereinzelt so kleine, was heißt kleine, kleine feine Rückmeldungen. Wenn ich eine E-Mail bekomme, das war letztes Jahr von einem jungen Menschen, die hat geschrieben: Sie hat ihr Studium, also mein Vortrag hat so viel da bewegt und ausgelöst, sie hat ihr Studium geschmissen und hat was ganz anderes angefangen. Da sage ich: Wow! Bestärkt mich wieder in dem Gedanken zu sagen: Wow! Das ist das richtige Projekt, ich bin auf der richtigen Road, um in unserem Term zu bleiben, das bewirkt und bewegt etwas. #00:31:17.4#

 

Stefan Schmugge: Jetzt sind wir neben dem Thema Podcast zu Gesellschaft, aber auch ein Podcast über Technologie. Ist denn diesen jungen Menschen bewusst, dass es auch eine gute Kombination gibt zwischen Technologie und Nachhaltigkeit? Sprechen die darüber auch mit dir in irgendeiner Form? #00:31:36.4#

Norman Bücher: Durchaus! Also da ist ein Bewusstsein, also, meinem Empfinden nach, ein Bewusstsein da, dass das eine auch nicht mit dem anderen geht, wenn wir salopp gesagt die Welt verändern, die Welt ein Stück weit bessermachen wollen, dass da Technologien eine Rolle spielen, ein großes Thema ist. Ich glaube, da braucht man jetzt kein, da gibt’s sehr, sehr viele Bücher, die genau das vereinen, Nachhaltigkeit und Technologien und welchen Unterschied das machen kann. Also den jungen Menschen ist das bewusst und die beschäftigen sich damit. Ob es ganz banal ist, welchen Laptop oder welches Smartphone kaufe ich mir, welche Materialien sind darin verarbeitet, und wie kann ich mit so einem Einzelkauf als Individualperson, wie kann ich mit so einem Kauf einen Unterschied machen? #00:32:24.5#

Maria Nestroi: Passend dazu habe ich mal wieder einen kleinen Snack für euch. Das Thema Nachhaltigkeit oder das Wort ist jetzt schon häufiger gefallen und ich habe hier ein kleines Umfrageergebnis gefunden, was das Ganze bestärkt. Und zwar haben Wissenschaftler im Auftrag des Umweltbundesamtes herausgefunden, dass 80 % der 14- bis 22-Jährigen in Deutschland beziehungsweise, dass denen das Thema Nachhaltigkeit besonders wichtig ist und sie zum Beispiel auf Plastik verzichten wollen, lieber im Supermarkt zum Bioapfel greifen oder eben auch auf Klimademos gehen. Norman, was ich dich jetzt fragen möchte, ist, jetzt bezieht sich diese Studie auf Deutschland, und ist das ein Thema, was gerade Jugendliche aus Industrienationen beschäftigt? Oder würdest du sagen, das betrifft alle gleichermaßen? #00:33:12.3#

Norman Bücher: Alle gleichermaßen definitiv nicht. Wenn du in einem Land wie Nepal oder Indien wie im vergangenen Jahr unterwegs bist, dann merkst du einfach, die Menschen dort, und ich glaube das ist auch nichts Neues, aber das ist wirklich, wenn du das spürst, du sitzt da einem jungen Menschen zu Hause am Tisch und mit der Familie sitzt du zusammen beim Tee, dass der andere Bedürfnisse hat als zu sagen: Oh! Wo kaufe ich jetzt, wo kann ich vegan und Bio einkaufen oder möglichst wenig Plastikmüll produzieren? Dass der andere Bedürfnisse hat, Grundbedürfnisse hat, liegt auf der Hand. Also da geht’s wirklich darum ganz banal, wie überstehe ich den Tag, wie schaffe ich es, meine Familie überhaupt zu ernähren, den Kühlschrank überhaupt zu befüllen? Also da geht’s um andere Fragestellungen, um andere Prioritäten, um andere Grundbedürfnisse, und die sich auch in den Antworten unterscheiden gegenüber den Stimmen von jungen Menschen aus Industrienationen. #00:34:07.1#

Maria Nestroi: Treue Podcast-Hörer und Hörerinnen werden es wissen, ich mag super gerne Tipps von unseren Gästen. Norman, hast du einen Tipp für unsere Hörer, was jeder selbst tun kann, um das Ökosystem gesund zu halten, oder eben was jeder Einzelne tun kann, um eben ein bisschen was im Sinne der Nachhaltigkeit zu tun? #00:34:27.3#

Norman Bücher: Mit einem Tipp? Ich möchte jetzt nicht so kommen, ernährt euch vegan, ernährt euch möglichst fleischfrei. Das ist glaube ich, das ist in meinen Augen nicht der richtige Ansatz. Ich sage immer, das finde ich so schön, wir haben jeder von uns so einen Zeigefinger, und der Zeigefinger, der zeigt oftmals auf jemanden anders. Aber den Zeigefinger, das kann ich auch umdrehen und der Zeigefinger kann auch auf mich selbst zeigen. Was ich damit sagen will? Einfach mal bei sich selbst anfangen und nicht immer nur die anderen und ach, alles andere ist schlecht und das sind die Bösen. Nein, einfach mal sich selbst auch durchaus kritische Fragen zu stellen: Wie ist mein Konsumverhalten? Wie ernähre ich mich? Wie oft fliege ich im Jahr? Wie ist denn mein ökologischer Fußabdruck? Und einfach mal bei sich selbst anzufangen und sich selbst solche Fragen zu stellen und sich selbst mal so kritisch zu beleuchten, halte ich für einen durchaus richtigen wichtigen ersten Schritt. #00:35:31.7#

Stefan Schmugge: Das ist ein guter erster Schritt, sich selber mal ein bisschen challengen und zu überlegen, ist das, was ich da gerade mache, wirklich ökologisch und nachhaltig oder nicht. Ja, macht schon Sinn. Wir kommen noch mal zu einem ganz anderen Thema, nämlich zu dem Thema Extremsport und Kraft des Willens. Wenn man sich anguckt, wo du überall unterwegs bist, du überwindest Tausende von Höhen- oder Streckenmetern. Du musst meistens extreme Wetterbedingungen überstehen oder setzt dich selber diesen Wetterbedingungen aus. Da kann man sich vorstellen, dass das mit Biceps und Bein ohne Kopf nicht wirklich zu schaffen ist. Jetzt hast du dir, habe ich gelesen und recherchiert, in der Vergangenheit auch immer so ein paar Laufabenteuer ausgedacht. Was mich zum Beispiel ziemlich geflasht hat, war der Run to the Rocks, wo du gesagt hast, ich mache nicht zwei Wochen lang jeden Tag einen Marathon, sondern ich laufe zwei Wochen lang jeden Tag zwei, wie heißt das, Marathons, Marathone, die Mehrzahl von Marathon. Das stelle ich mir nicht nur extrem herausfordernd für den Körper vor, sondern das ist ohne einen unglaublichen Willen aus Stahl einfach nicht möglich. Du hast in deinem Buch extrem die Macht des Willens auch erklärt, wie wichtig so eine mentale Stärke ist. Wenn wir das jetzt mal transportieren aus dem sportlichen Kontext heraus, zum Beispiel in den Business- oder Berufsalltag, was kann man davon mitnehmen, Norman? #00:37:10.6#

Norman Bücher: Grundsätzlich das ganze Thema Willenskraft oder mentale Stärke kommt überwiegend aus dem Sport und aus dem Leistungssport, aber lässt sich, glaube ich, fast eins zu eins auf jeden Lebensbereich anwenden, auch auf den beruflichen Bereich. Ich sage immer, 70, 80 % bei so einem Projekt, wie du es beschrieben hast, Stefan, Run to the Rock durch Australien, sind Kopfsache, ist reine Kopfsache. Du kannst körperlich noch so viele Kilometer laufen, dich körperlich noch so viel vorbereiten, wenn da oben dein Kopf versagt, dann ist das Projekt aus, dann bist du nicht am Ziel. Und übertragen aufs Berufsleben: Du kannst dich, glaube ich, ob es heute so ein Podcast ist oder ob es eine Kundenpräsentation ist oder was auch immer, du kannst dich natürlich vorbereiten, Zahlen sammeln, Informationen zusammenholen, dich auf so ein Gespräch, auf so einen Termin vorbereiten, aber ganz oft ist auch da wieder der Kopf, die geistige Stärke. Also was ich zum Beispiel mache vor Vorträgen, ich lasse so einen Vortrag im Kopf ablaufen, ich arbeite sehr viel mit inneren Bildern, also Visualisierungen, wie es oft genannt wird. Also du kannst dich geistig, mental auch im Berufsleben sehr, sehr stark und genau vorbereiten. #00:38:35.5#

Stefan Schmugge: Um im Kontext Laufen zu bleiben: Wenn wir jetzt im Beruf sind, dann ist nicht jeder gleich Marathonläufer, sondern die Leute fangen an mit irgendwie fünf Kilometer, dann trainieren sie ein bisschen, irgendwann können sie zehn Kilometer laufen und so weiter. Wie genau kann ich denn diese mentale Stärke auch im Berufskontext jetzt trainieren? Gibt’s da irgendwelche Tipps und Tricks, die man benutzen kann, um zu sagen, ich will da irgendwann mal hinkommen, da, wo der Norman ist, was kann ich täglich machen? #00:39:02.2#

Norman Bücher: Täglich ist schon mal ein sehr gutes Wort, Stefan. Es ist wirklich, ich vergleiche es immer mit so einem, du hast sofort auch das Wort Bizeps ins Spiel gebracht. Also wie so ein Bizeps, und das kann man sich sehr gut vorstellen, wenn du sagst, du willst jetzt deinen Bizeps trainieren, deinen Muskel trainieren, dann gehst du nicht nur einmal in der Woche ins Fitnessstudio oder machst einmal die Woche ein Muskeltraining, das machst du, klar, bestenfalls regelmäßig oder bestenfalls sogar täglich. Und genauso ist es mit dem mentalen Training. Das ist wirklich ein Training, was du regelmäßig machst. Dass du regelmäßig zum Beispiel eben mit Bildern trainierst, dass du anfängst, zum Beispiel, ich sage immer, wenn ich so einem Neuling das Thema Mentaltraining näherbringe, dass du zum Beispiel anfängst, du nimmst dir so eine Tomate und stellst dir anhand dieser Tomate die Farbe Rot vor. Du machst dann irgendwann die Augen zu und sagst: Jetzt stelle ich mir innerlich die Farbe Rot vor, ohne dass ich die Tomate anschaue. Und so kann ich sukzessive am Beispiel jetzt dieser Visualisierung meine Trainingsdosis erhöhen von einem Anfänger bestenfalls zu einem Fortgeschrittenen oder auch bestenfalls später dann einen Experten, der sagt: Wow! Ich kann jetzt ganze Situationen, nicht nur einzelne Farben statisch, sondern wirklich ganze Handlungsabläufe kann ich mental vorwegnehmen. #00:40:21.7#

Maria Nestroi: Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein großer Fan von Apps. Und deine Ausführungen, die klangen jetzt sehr nach Offline-Training. Mich würde interessieren, was du zu Apps sagst, die zum Beispiel dazu geeignet sind, den Fokus zu trainieren oder eben nicht zu verlieren. #00:40:40.3#

Norman Bücher: Ich denke, das eine schließt das andere nicht aus. Ich bin, ihr habt schon gemerkt, durchaus ein Offline-Typ, gleichzeitig aber auch ein, ich will nicht sagen, digitalverliebt, das wäre jetzt, glaube ich, zu weit gefasst, der aber auch sehr stark digital unterwegs ist. Also ich arbeite mit Apps, um das Beispiel zu nennen, mit Fokus- oder Achtsamkeit. Morgens und abends arbeite ich da mit Apps und habe dann geführte Meditationen. Um zu sagen: Warum alles selbst machen, wenn es da draußen wirkliche Experten auf einem Gebiet gibt wie Achtsamkeitstraining, Fokus trainieren? Und dann morgens und abends kurz vorm Einschlafen lasse ich dann so meine App, meine Meditation ablaufen, und das ist wunderbar. #00:41:23.3#

Stefan Schmugge: Also es geht sowohl offline als auch online. Wunderbar! Coming back to the point, würde der Deutsche jetzt sagen, dass du viel mit jungen Menschen sprichst. Kannst du einen Unterschied erkennen zwischen einem starken oder stärkeren Willen oder einem Strong Mindset der jungen Generation gegenüber den Generationen davor? Gibt’s da was, was die deutlich unterscheidet oder was die einfach anders angehen? #00:41:52.3#

Norman Bücher: Ein Aspekt ist sicherlich, den habe ich vorhin schon mal kurz erwähnt, ist dieses kritische Hinterfragen, das kritische Denken. Was mir immer wieder so ins Auge sticht, wenn ich da mit jungen Menschen, 17, 18 oder sogar Anfang 20 spreche, einfach Dinge nicht als selbstverständlich annehmen und die sich, noch mal auf den Arbeitsmarkt bezogen, sie selbst wollen bestimmen, wie ihr Arbeitsplatz ausschaut, wie sie arbeiten möchten. Auch den Übergang zu einem Lifestyle, dass sie sagen, sie möchten nicht von nine to five, so wie es vielleicht meine Eltern oder Großeltern gemacht haben, sondern sie wollen selbstbestimmen, wie arbeite ich, wo arbeite ich. Ich möchte remote arbeiten, ich möchte irgendwo vielleicht auch mal ein Sabbatical nehmen wollen. Also die sehr viel auch reflektierter sind, meiner Auffassung nach, nicht nur kritisch denken oder kritischer denken, sondern wirklich auch selbstreflektierter sind, sich sehr viel früher zum Beispiel mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen. Ich habe damit Mitte 20 erstmal angefangen, überhaupt mal so ein erstes Buch zu lesen oder erste Seminare da zu besuchen. Und ich kriege da teilweise Rückmeldung von Schülerinnen und Schülern, die damit 14, 15, 16 Jahren anfangen, da erste Bücher zu lesen oder sich mit dem Thema zu beschäftigen. Also die da sehr viel früher dran sind, auch sich mit einer Selbstbildung zu befassen und nicht sagen, ich gehe jetzt in die Schule, ich gehe in die Uni und das war’s. Nein, die nehmen da teilweise Zeit, auch später durchaus viel Geld in die Hand, um solche Seminare und Weiterbildungen zu besuchen. #00:43:39.5#

Stefan Schmugge: Kriegt man wahrscheinlich auch im eigenen Leben mit. Also du hast vorhin deine Tochter angesprochen, ist wahrscheinlich da, kann man genauso widerspiegeln, oder? #00:43:48.4#

Norman Bücher: Ja, nicht dieses, hier hast du was, ein Thema oder eine Meinung, und ich hätte das vielleicht früher so von meinen Eltern so als, oh ja, ich mache einen Haken dran, wenn das mein Papa zu mir sagt, dann ist es so Gesetz. Und nein, ich will nicht sagen, sie tut da mir jeden Satz umdrehen, nein, das wäre zu weit, aber sie ist durchaus viel auch da schon mit ihren mittlerweile jetzt fast 12 Jahren viel reflektierter als ich das zum Beispiel war im selben Alter. #00:44:17.1#

Stefan Schmugge: Jetzt habe ich schon wieder ein bisschen Appetit und wollte mal fragen, Maria, ist in der Butterbrot-Box noch was drin oder sitzen wir schon auf dem Trockenen? #00:44:25.3#

Maria Nestroi: Eine kleine Snackstulle, wie Roland auch immer so schön sagt, habe ich noch parat. Ich habe herausgefunden, dass der Fußballspieler Neymar angekündigt hat, dass Katar seine letzte WM wird. Er begründet das mit folgenden Worten, ich zitiere das mal: „Ich sehe sie als meine letzte, weil ich nicht weiß, ob ich noch die mentale Stärke habe, mich weiterhin mit Fußball zu beschäftigen.“. Stellt sich mir die Frage: Ist mentale Stärke quasi endlich? Man baut sie also auf und sie hat dann irgendwann ein Ende oder sie hält nicht ewig? Norman, was denkst du dazu? #00:45:03.9#

Norman Bücher: Ich persönlich denke, dass mentale Stärke einhergehen darf oder sogar einhergehen muss mit einer Motivation, also auch mit einem Zielpunkt versehen. Warum brauche ich mentale Stärke? Ich brauche mentale Stärke, um mich auf eine Richtung, auf dieser Road, um die es ja auch heute im Podcast geht, um auf dieser Road voranzukommen. Ich brauche bestenfalls einen Zielpunkt, auch da eine Energie, um ins Handeln zu kommen. Und wenn das gepaart ist mit einer mentalen Stärke, dann finde ich, ist das in sich schlüssig. Aber mentale Stärke ohne ein Ziel, ohne einen Weg, ohne auch eine Energie zu haben, das ist zu kurz gegriffen. Da fehlt was in meinen Augen. #00:45:48.4#

Stefan Schmugge: Jetzt sind wir auf der Road to 2030, wir gucken also immer nicht nur auf morgen, sondern auch ein bisschen auf übermorgen. Norman, du hast viele Länder bereist und hast vorhin erzählt, dass du oft das Thema Ökologie, Nachhaltigkeit und Natur besprichst. Wir merken alle, dass das natürlich eine der krassesten Veränderungen ist, die wir sehen, die Veränderung des Themas Natur, des Themas Klima, Fridays for Future. Ich glaube, über den Weltklimagipfel haben die Medien noch nie so stark berichtet wie in diesem Jahr. Das heißt, da ist ein extremer Umbruch gerade im Moment in dem Thema. Aber wie und wo siehst du denn unsere Gesellschaft in 2030, wenn du mal ganz weit nach vorne guckst? #00:46:34.6#

Norman Bücher: Ja gut, so weit nach vorne ist das gar nicht. Ich meine, wir haben jetzt 2021, ich glaube, 9 Jahre gehen da relativ schnell um, und gerade, wenn wir über größere gesellschaftliche Veränderung sprechen wollen. Wo sehe ich die Gesellschaft? Ich persönlich, vielleicht ist es eher ein Wunsch oder eher eine Hoffnung, wie ich das sehen möchte, dass noch viel mehr Menschen mit viel mehr Bewusstsein durch die Welt gehen, noch viel mehr Menschen infiziert werden oder inspiriert werden, umzudenken. Nicht nur umzudenken, auch um zu handeln, wie ich es vorhin gesagt habe, in kleinen Schritten. Nicht die ganze Welt verändern, aber im eigenen Umfeld, im eigenen Ort, in der eigenen Gemeinde, in der eigenen Community etwas zu bewegen, was zu verändern. Dass es da noch ganz viel mehr Menschen wie von der Sorte Greta Thunberg, du hast gerade gesagt Klimagipfel, also solche Menschen, die sagen, wow, nein, sie setzen ein Zeichen. Aber es muss gar nicht so groß sein, oftmals sind es Veränderungen im kleinen Umfeld vor der Haustüre. Und davon wünsche ich mir viel mehr, dass da solche Menschen direkt bei sich vor der Haustüre anfangen, andere Menschen wieder inspirieren, das Gleiche zu tun, und dass da wirklich auch auf globaler Ebene ein noch stärkeres Umdenken einsetzt und auch Wellen bewegt und auslöst. #00:47:56.9#

Stefan Schmugge: Das ist auf jeden Fall ein sehr schöner Wunsch, Norman. Jetzt hänge ich da aber noch eine Frage dran. Wenn wir schon in Richtung 2030 gucken, wie sind denn deine Pläne oder vielleicht auch Wünsche in Bezug auf 7 CONTINENTS? Wie sieht‘s denn da aus? #00:48:12.7#

Norman Bücher: Das Projekt 7 CONTINENTS, also der Lauf, der ist irgendwann zu Ende. Geplant, ist 2025 bei der UN in New York zu sein und die Stimmen zu übergeben und dort dann den Lauf und das Projekt abzuschließen. Und deshalb habe ich auch die 7 CONTINENTS Academy ins Leben gerufen, weil es ist mir echt ein Herzensanliegen, das geht viel, viel weiter und ist nochmal nachhaltiger und nochmal mit mehr Veränderungskraft dahinter, dass wir sagen, wir wollen das weiterführen. Da sehe ich auch meine persönliche Aufgabe und Leidenschaft, dass ich immer weniger laufe und immer mehr der Mentor bin, der junge Menschen vor allem inspiriert und ermutigt und einfach Wissen und Kompetenzen vermittelt. Und dass irgendwann, wenn ich 2025 in New York sein werde, so hoffe ich, dass es auch klappt, dass ich sage: Dann wird es sportlich ein bisschen weniger oder auch viel weniger, um bei dem Beispiel Neymar zu bleiben, und mehr der Mentor, Inspirationen, noch stärker zu sein für andere Menschen. #00:49:20.6#

Maria Nestroi: Vielleicht noch eine Frage, bevor wir dann zur Schlussfrage kommen und dich dann aussteigen lassen. Jetzt hast du schon ein paar Mal über die Academy gesprochen. Können sich denn unsere Zuhörerinnen und Zuhörer auch engagieren? Und wenn ja, wie können sie das tun? #00:49:35.9#

Norman Bücher: Das kann jeder junge Mensch tun. Ich sage immer, jeder, der sich engagieren möchte, der vielleicht noch nicht weiß, wie genau, der vielleicht auch keine eigenen Ideen hat oder Ansätze hat, und einfach auf die Academy, auf die Webseite kommen. Wir sammeln momentan Interessenten, die sagen, sie wollen ins Zukunftsbotschafter-Programm, sie wollen in die Academy rein. Einfach auf die Academy gehen und sich anmelden. #00:50:00.1#

Maria Nestroi: Und bevor wir dich jetzt aussteigen lassen, was hast du ganz persönlich für dich und dein Leben aus den ganzen Reisen und aus den unendlich vielen Treffen mit den ganzen verschiedenen Menschen mitgenommen? #00:50:10.7#

Norman Bücher: Boah! Es hat sehr viel, um es auf ein Wort runter zu reduzieren, hat sehr viel mit Demut zu tun. Für mich mit Demut zu tun, einmal Demut, ich sage immer, ich selbst, ich bin ein Pups im Universum. Ich glaube, wir Menschen nehmen uns oftmals zu wichtig und das sind wir aber nicht. Wenn du mit ganz vielen Menschen auf vielen unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen zu tun hast, wenn du die Natur siehst, die Gewalten der Natur, reduziert sich das eigene Dasein auf, wird das sogar nichtig und völlig unwichtig. Das ist das eine. Und durch die Reisen habe ich auch erkannt, auch das hat für mich mit Demut zu tun, dass wir Menschen alle gleich sind. Ob das jetzt der englische Investmentbanker ist, ob es jetzt der Straßenverkäufer in Indien ist, ob das jetzt eine alleinerziehende Mutter ist, also wir Menschen sind alle gleich. Und jeden Menschen auch gleich zu behandeln, unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit, von seinem Berufsstand, wo er lebt, wie er lebt, das ist für mich eine sehr, sehr wesentliche Erkenntnis. Und nochmal: Das hat für mich mit Demut zu tun. #00:51:27.4#

Sie haben Ihr Ziel erreicht.

Stefan Schmugge: Oh mein Gott! Das ist, glaube ich, eines der schönsten Schlusswörter, die wir bisher hatten. Vielen Dank, Norman! Du hast so recht, ich habe so ein bisschen Gänsehaut jetzt hier auf meinem Arm. Um im Kontext von 7 zu bleiben, wir sagen 7-mal Dankeschön an dich, an die Eindrücke, an das, was du uns von deinen spannenden Reisen mitgebracht hast, und lassen dich jetzt einfach an der nächsten Ecke demütig raus. Vielen Dank, dass du bei uns warst! #00:52:04.5#

Norman Bücher: Danke, Stefan! #00:52:05.7#

Maria Nestroi: Danke schön, Norman! #00:52:07.0#

Norman Bücher: Danke, Maria, dass ich bei euch sein durfte. Also echt, hat mir richtig mega viel Spaß gemacht. Und danke, dass ich dabei sein durfte. #00:52:15.0#

Stefan Schmugge: Weiterhin viel Erfolg und bis bald! Mach‘s gut, Norman! Tschüss! #00:52:19.7#

Norman Bücher: Bis bald! Ciao! Tschüss! #00:52:22.1#

Maria Nestroi: Tschüss! #00:52:23.1#

Stefan Schmugge: Ja, ich hoffe, wir haben nicht zu viel versprochen, wenn wir anfänglich gesagt haben, wir kombinieren mentale Stärke mit dem Thema Extremsport und Einblicke in die Fragestellung der Jugendlichen weltweit. Eine spannende Reise mit Norman Bücher, der selber Extremsportler und eben auch Weltumläufer ist. Ich nenne ihn liebevoll den deutschen Forrest Gump, der uns ein bisschen Einblicke gegeben hat, in was Jugendliche weltweit bewegt, über welche Entscheidungen sie brüten im Kopf zum Thema nachhaltigen Lebensstil, aber eben auch zum Thema, was für eine Ausbildung mache ich, was mache ich eigentlich nach meiner Schule, und wie nutze ich Technologie vielleicht auch nachhaltig, und wie wichtig mentale Stärke ist. Und wir haben auch noch einen Ausflug gemacht in die Richtung, wie kann man mentale Stärke eigentlich trainieren beziehungsweise wie kann man sie aus dem Sport überführen in den Beruf. Ein rundum spannender Trip mit Norman. Und das Schlusswort fand ich auch wunderbar, einfach ab und zu mal ein bisschen Demut zeigen. Bis bald! #00:53:28.0#

Maria Nestroi: Damit sind wir schon wieder am Ende unseres Technologie-Dialogs. Vielen Dank an unseren heutigen Mitfahrer Norman Bücher für diese wirklich spannenden Insights in sein Leben. Wenn ihr den Podcast in Zukunft nicht mehr verpassen wollt, findet ihr uns auf Spotify, Apple, Amazon, Deezer, SoundCloud, YouTube und natürlich der Dell Technologies Mediathek. Wenn ihr unseren Podcast mögt, dann hinterlasst uns doch auf Apple auch eine Bewertung. In der nächsten Folge von Road to 2030 geht es weiter mit Joachim Thomasberger von Intel. Bis dahin! Und Anschnallen nicht vergessen! #00:54:01.8#

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