Industrie 4.0 meets 5G: Mehr Innovationen für die deutsche Wirtschaft?

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In den Medien wurde lange und ausführlich über das 5G-Netz berichtet. Es gilt als Schlüsseltechnologie, weil es sehr viel bessere Übertragungseigenschaften als bisherige Mobilfunkstandards mitbringt. Für den Wirtschafts-, Industrie- und Digitalstandort Deutschland ist die Qualität des 5G-Netzes entscheidend. Doch wo stehen wir aktuell? Und wie lassen sich Innovationen vorantreiben?Wir sprechen in der neuen Folge Road to 2030 mit Ökonom Dr. Christian Rusche.

“Definitiv sehen kann man Innovationen, was 5G betrifft, heute schon, insbesondere im Maschinen-und Anlagenbau.”

— Dr. Christian Rusche, Senior Economist für Industrieökonomik und Wettbewerb, Institut der Deutschen Wirtschaft

Guest List

  • Dr. Christian Rusche Senior Economist für Industrieökonomik und Wettbewerb, Institut der Deutschen Wirtschaft
  • Stefan Schmugge Moderator, Dell Technologies
  • Benjamin Schäffer Co-Moderator, Dell Technologies
Roland Schäffer: Hallo und herzlich willkommen auf der Road to 2030, dem Podcast zu Technologie und Gesellschaft von Dell Technologies. Unser heutiger Gast ist Dr. Christian Rusche, Senior Economist für Industrieökonomik und Wettbewerb beim Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Ich bin Roland und ich werde euch als Co-Moderator auf unserer Road to 2030 begleiten. Ich hoffe, ihr seid bereit. Dann vergesst das Anschnallen besser nicht. Und heute am Steuer unserer Fahrt ist wieder mal mein geliebter Kollege Stefan Schmugge. Hi Stefan!
Stefan Schmugge: Grüß dich, Roland! Mensch,schon wieder ein bisschen her, dass wir beiden zusammen die Straße unsicher machten durften. Ich freue mich sehr, heute mit dir dabei zu sein.
Roland Schäffer:Ich freue mich auch.
Stefan Schmugge:Großartig! Dann lass uns mal loslegen. Ich begrüße auch nochmal ganz herzlich Dr. Christian Rusche als heutigen Mitfahrer auf der Road to 2030. Und ich denke, wir haben wieder ein großartiges und spannendes Thema parat. Könnt ihr euch noch erinnern an die ersten Streits, die es gab bei der Vergabe von den damaligen 4G-Lizenzrechten? Genau dasselbe hat uns jetzt kürzlich wieder ereignet vor zwei Jahren. Da ging‘s nämlich um die Vergabe der 5G-Lizenzrechte. Mittlerweile ist die Theologie auch verfügbar und vielleicht auch ein bisschen envogue. Darüber wollen wir heute sprechen. Wir wollen auch darüber sprechen, welche Chancen diese 5G-Technologie in die Industrie bringen kann, natürlich auch über den möglichen wirtschaftlichen Strukturwandel dadurch. Und keine Rose ohne Dornen. Auf der einen Seite bringt die Technologie wahrscheinlich viele Potenziale mit sich, aber vielleicht auch Risiken wie zum Beispiel Cybersicherheit und ähnliches. Darüber sprechen wir heute mit dir, Christian. Und damit wir dich ein bisschen besser kennenlernen, machen wir gerne am Anfang einen sogenannten Speed-Check. Wir schmeißen zwei Begriffe in den Raum und würden uns freuen, wenn du dich für einen spontan aus dem Bauch heraus entscheidest, damit unser Publikum dich ein bisschen besser kennenlernen kann. Kann‘s losgehen?
Christian Rusche: Ja. Erstmal noch vielen Dank, dass ich hier sein darf. Und vielen Dank, dass die Hörerinnen und Hörer mir auch zuhören wollen. Und liebe Grüße an alle, die das auch gerne tun.
Stefan Schmugge:Sehr gut! Großartig! Los geht’s! Christian, Dom zu Magdeburg oder lieber Kölner Dom?
Christian Rusche:Dom zu Magdeburg.
Stefan Schmugge:Laufen oder Fahrradfahren?
Christian Rusche:Laufen.
Stefan Schmugge:Nach dem Feierabend lieber ein Kölsch oder ein Glas Wein?
Christian Rusche:Glas Wein.
Stefan Schmugge:Ganz untypisch für einen Kölner.
Homeoffice oder Büro?
Christian Rusche:Mittlerweile Homeoffice.
Stefan Schmugge:Lieber Lyrik oder Belletristik?
Christian Rusche:Belletristik.
Stefan Schmugge: Und last but not least,gehst du lieber einkaufen in ein echtes Geschäft oder Online-Shopping?
Christian Rusche:Die Geschwindigkeit spricht für den richtigen Shop, aber die Auswahl für Online-Shopping. Ich bin so hin und her gerissen.
Stefan Schmugge:Man merkt schon, du bist ein kompromissbereiter Mensch. Vielen Dank! Sehr gut! Christian, du untersuchst wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen und stellst Zusammenhänge zwischen Studien und Gutachten her. Als promovierter Ökonom hast du immer ein Ohr auf der Wirtschaftsschiene. Für mich bist du so ein bisschen der Tony Stark der Digitalisierung, des Strukturwandels und des Wettbewerbs in diesen Bereichen. Wie genau kam es denn jetzt zu dieser Spezialisierung? Und vielleicht verrätst du uns auch noch ein bisschen mehr über dich.
Christian Rusche:Ja, wo fängt man da an? In der Schule hatte ich eher auch schon so wirtschaftliche Interessen, mehr so Mathematik. Ich hatte aber auch einen Schwerpunkt in Richtung Chemie. Das heißt, Mathe und Chemie waren so meine Leistungsfächer. Und dann war die Frage: Was studiert man denn dann? Und da die Zusage aus Magdeburg eher kam, habe ich mich dann am Ende für Volkswirtschaftslehre in Magdeburg entschieden. Und das nicht nur, wie soll ich das sagen, weil mich so Geld und Reichwerden und so weiter so interessiert, sondern vor allen Dingen auch die Zusammenhänge, die da mit drinstecken. Das heißt, Volkswirtschaftslehre ist eher so eine Sozialwissenschaft, das heißt, wir haben die Analyse, wie sich denn eben Menschen verhalten, und wir bringen das eben zusammen mit effizienter Produktion und wie man damit dann eben auch vielleicht noch Geld verdienen kann. Und das ist so eine schöne Mischung, dass man eben diese sozialen Aspekte hat, aber auch ebendiesen wirtschaftlichen Aspekt. Und das kommt mir eigentlich auch beim Institut der deutschen Wirtschaft entgegen. Aber vorher habe ich nochmal eine Runde über die TU Dortmund gedreht, vor allen Dingen in theoretischer Mikroökonomie. Da ging‘s um Spieltheorie, das heißt, wie Menschen sich in strategischen Situationen unterhalten, also das berühmteste Beispiel ist eben Batman –The Dark Knight. Wenn es darum geht, wenn eben die Verbrecher auf dem einen Boot sind, die lieben Menschen auf dem anderen Boot, und jeder hat den Zünder für den Sprengsatz des anderen Bootes, wann zündet man denn das Ding genau, wenn man weiß, um Mitternacht fliegen beide in die Luft. Das heißt, das ist so ein Hinweis, was so die theoretische Spieltheorie gemacht hat. Und dann, da mir das irgendwann zu trocken war, bin ich dann ans Institut der deutschen Wirtschaft gewechselt. Und da geht es eben mehr auch wirklich um -wie soll ich das sagen -reale Probleme. Das heißt, keine hypothetischen Szenarien wie sich zwei Spieler unterhaltenund verhalten, sondern da geht es tatsächlich um harte Anwendungen, um Google, um Amazon, um Industriestandards, um 5G und Plattformen und Wettbewerb. Auch eine Schnittstelle auch hin zur Politik und da kann man voll ausspielen, dass man ein bisschen theoretisches Wissen hat, aber auch ein bisschen mit drin ist, wie Menschen dann miteinander umgehen.
Stefan Schmugge: Da lag ich mit dem Tony Stark der Digitalisierung gar nicht so falsch, war halt nur der falsche Held in Bezug auf Batman. Danke dir für diese spannenden Einblicke.
Roland Schäffer: Ja wirklich, danke! Auch spannend, dass du direkt schon in deiner Einleitung das Gefangenen-Dilemma beschreibst. Wirklich cool, kenne ich auch noch aus dem Studium. Jetzt will ich ein bisschen überleiten auf unseren ersten Themenblock. Und zwar diese Weiterentwicklung von -wir kennen es alle -LTE und 4G auf mittlerweile 5G. Es ist immer globaler, es ist immer schneller, und diese Digitalisierung ist auch eine riesige Herausforderung. Und so ein gut ausgebautes 5G-Netz ist natürlich auch ein Wettbewerbsvorteil als Standort, zum Beispiel Standort Deutschland. Jetzt war 4G einfach da und jetzt kommt 5G. Für mich zum Beispiel, ich weiß nicht, wie es dir dabei geht, Stefan, ist dieser Unterschied gar nicht klar. Ich würde jetzt sagen, ist einfach schneller. Was ist denn der Unterschied? Und was ist denn die geschichtliche Entwicklung dahin zu dem 5G?
Christian Rusche: Ja, was ist die geschichtliche Entwicklung? Also man hat so, istzumindest mein Eindruck, dass man irgendwie alle zehn Jahre eine neue Mobilfunkgeneration gerne hätte. Das heißt, man hat so eine neue Mobilfunktechnologie entwickelt, implementiert die, die Leute kommen damit klar, und dann erkennt man nach und nach immer mehr, was es denn auch an Verbesserungsmöglichkeiten gibt, die Leute fragen vielleicht auch mehr nach. Und so kommt es dann Stück für Stück immer zu einer neuen Generation. Und was 4G oder LTE anbelangt, das heißt, 3G, das war ja dieses UMTS mit diesen 100 Milliarden D-Mark um 2000 drum herum. 4G war dann die Weiterentwicklung davon, konnte eben noch mehr. Und was 5G jetzt oben draufsetzt, ist eben noch mal, dass es von der Übertragungsrate, das heißt, von den Downloadraten nochmal, ich glaube, um das Hundertfache mehr Potenzial bietet. Das heißt, man kann eben 100-mal so schnell downloaden, wenn es gut läuft. Das hat noch den entscheidenden Vorteil, dass man ungefähr 100-mal mehr Geräte pro Quadratkilometer anschließen kann und es ermöglicht Kommunikationquasi in Echtzeit. Das heißt, das sagt man gerne mit der Latenzzeit, 5G sollte ungefähr eine Millisekunde haben, wenn es gut läuft, sogar noch weniger, LTE sind es ungefähr 30, glaube ich.
Roland Schäffer: Also 100-mal mehr Geräte in so einer Fläche und dann zeitgleich die Latenz, das bietet schon enorme Potenziale, die du da aufzeigst. Für mich kann ich diese Potenziale jetzt schon erkennen im privatwirtschaftlichen Bereich. Also für mich mit meinem Handy, wenn ich überall rumfahre und ich sehe, aha ich kann jetzt mit Omi noch viel schneller sprechen und wir hören uns und wir fallen uns nicht so ins Wort. Wie ist es dann mit der Wirtschaft? Welche Potenziale bietet das denn für die Wirtschaft oder Anwendung in der Wirtschaft?
Christian Rusche: Das heißt, wenn man sich die Wirtschaft anschaut, insbesondere in Deutschland ist die Industrie quasi stilangebend. Das heißt, die vielen anderen Industrieländer haben nicht mehr so einen hohen Wertschöpfungsanteil in der Industrie. Und in Deutschland ist es immer, weil die Industrie eben diesen Wettbewerbsfaktor darstellt, dass wir über Maschinenanlagen und Autos international erfolgreich sind, für die bietet 5G dann zusätzliches Potenzial. Das heißt, Maschinen-und Anlagenbau, kann man einerseits Material sparen, wenn man sich die Kabel spart. Man kann mehr Sensoren einbauen, weil man dann auch mehr Daten sammelt, kann man entsprechend Verbesserungen einführen. Man kann vielleicht auch neue Dienstleistungen mit den Daten machen oder man stellt komplett um. Das heißt, man verkauft nicht die Maschine, sondern vermietet die Maschine, und anhand der Sensoren kann man dann über Fernwartung sicherstellen, dass sie auch immer läuft, und der Kunde bezahlt dann pro gefertigtes Stück oder so etwas. Das heißt, das gilt dann für den Maschinen-und Anlagenbau, und zum Teil auch für die Automobilindustrie. Die können dann eben mehr Daten sammeln, die können dann zusätzliche Services anbieten. Das heißt, wie die Fahrzeuge untereinander vernetzt werden. Und auch insgesamt gesamtgesellschaftlich kann man da effizient Vorteile heben, wenn man diese Fahrzeuge dezentral quasi dann so koordiniert, dass vielleicht Staus vermieden werden.
Stefan Schmugge: Cool! Lass uns mal kurz über die Einführung sprechen. Laut eines aktuellen Artikels vom Stern, 2. Juli datiert, sind die deutschen Provider beim Ausbau des Mobilfunkstandards 5G schon vor dem Zeitplan noch, also stehen im internationalen Vergleich ziemlich gut da. Sind das jetzt gute Nachrichten für den Technologiestandort Deutschland oder wie würdest du das einschätzen?
Christian Rusche: Also muss man ein bisschen unterscheiden. Das heißt, das eine ist natürlich das Geschäft mit dem Endkonsumenten, und das andere ist quasi dieses Industriegeschäft. Das heißt, 5G bietet Potenziale für beide. Das heißt, auf der 5G-Seite bei den Unternehmen hat man beispielsweise, dass die Campusnetze haben. Das heißt, dass sie sich ihr eigenes abgeschlossenes Netz quasi bauen können. Das ist so ein Potenzial, was man da hat. Und auf der Konsumentenseite, da bieten natürlich die Möglichkeiten, die 5G da hat, auch eine Rolle. Aber das Problem ist vermutlich nicht notwendigerweise für die Unternehmen in Deutschland, das heißt vielleicht für die Netzbetreiber. Aber wenn man sich so Gaming-Markt anschaut oder wenn man sich Streaming-Markt anschaut oder wenn man sich die Endgeräte anschaut, dann kommen die vor allen Dingen aus dem Ausland.
Roland Schäffer: Spannend, dass du gerade Streaming und Gaming als Dienste da betitelst, die da natürlich profitieren können. Jetzt ohne da zu tief reinzugehen, ist auch dieses Internet of Things, also immer mehr Gerätschaften, du hast es schon angesprochen, im Anlagenbau sind es viele Sensoren, die verbaut werden. Zum Beispiel im privaten Bereich jetzt der Kühlschrank, die Mikrowelle, die Waschmaschine, die mittlerweile vielleicht alle bald auch mit dem Internet verbunden werden. Ist das auch so ein Drang oder so ein Zugpferd, die diese Entwicklung zu 5G hin dann auch befeuert?
Christian Rusche:Das ist definitiv so. Das heißt, auch in dieser Maschinenkommunikation bietet 5G zahlreiche Möglichkeiten. Das Problem ist: Man hat natürlich einenrelativ alten Bestand. Das heißt, dieser Umstieg und dieser Boom wird nicht von heute auf morgen kommen, sondern dann über die Zeit. Wenn man sich dann statt einem normalen Kühlschrank dann einen quasi, wenn der alte kaputt ist, neu kauft, der dann per Instant Message an die Smartwatch schickt, dass die Milch abgelaufen ist oder so. Das ist ein Potenzial, das ist auch ein Zukunftsmarkt, aber der ist es heute noch nicht. Das ist zumindest meine Beobachtung.
Stefan Schmugge: Jetzt will ich nochmal eine Frage loswerden, Christian, wo wir schon einen Spezialisten hier haben. Das kennt ihr wahrscheinlich auch, wenn ihr mit Freunden, Verwandten, Bekannten, Kindern und Co. ins Ländliche fahrt. Mitten in der Stadt habt ihr noch vier Balken, volle Netzabdeckung, alles ist super, und sobald ihr raus ins Grün fahrt, ein Balken bis gar keinen Balken. Was ist der Grund, Christian, dass dieses Thema Netzabdeckung in Ballungsräumen immer sehr, sehr stark vorangetrieben wird und im ländlichen Raum vielleicht ein bisschen hinterherhängt? Und dann noch die zweite Frage hinterher: Ist das mit 5G auch noch so oder erwartet man da Besserung?
Christian Rusche: Erwartet man da Besserung? Dieser Rückstand quasi im ländlichen Raum, das ist aus dem Wirtschaftssystem quasi selbst geboren. Das heißt, man konzentriert sich als Netzbetreiber natürlich zuerst auf die wirklich lukrativen Märkte, und das sind dann eben diese Ballungszentren, also dann das Ruhrgebiet, Köln, Düsseldorf, Berlin, München und so weiter.Und das heißt, da führt man das zuerst ein, weil da die Nachfrage hoch ist und da dementsprechend auch der Kundenkreis hoch ist. Und dann nach und nach mit dem Geld, was man da auch einnimmt, kann man dann den Ausbau in weiteren Flächen dann Stück für Stück nachfinanzieren. Das Problem ist, gerade in ländlichen Regionen, schafft man es dann überhaupt irgendwann mal wirklich, auch die weißen Flecken zu lindern? Und wenn man dann so allein betriebswirtschaftlich rangehen würde, würde es sich vermutlich nur lohnen, da irgendwie einen Mast hinzusetzen und dann alle drei benutzen diesen Mast und benutzen diese Antennen. Das Problem ist, wer stellt denn den ersten Mast auf? Und das hat man dann über diese Versorgungsauflagen immer bei dieser Frequenzvergabe gelöst. Deswegen sind trotzdem noch die letzten quasi in der Reihe, aber auch mit staatlicher Hilfe, also wir hatten, glaube ich, dieses Programm von Andi Scheuer mit 1000 Funkmasten und so weiter, werden die nach und nach abgedeckt. Am Anfang wird es aber nicht 5G sein. Das heißt, da haben wir auch dieselbe Verteilung, das heißt, erst in die Ballungszentren und auf dem Land ist es dann vermutlich zunächst erstmal 4G.
Stefan Schmugge: Schon mal besser als nichts.
Roland Schäffer: Schon mal besser als nichts. Stimmt! Das Glas ist immer halb voll bei uns auf unserer Reise. Auch ein vieldiskutiertes Thema im Zusammenhang mit 5G ist ja immer wieder die Gesundheit. Das wird im Internet heiß diskutiert, in vielen Facebook-Foren, teilweise sehr unwissenschaftlich heiß diskutiert. Und auch ich bin neulich im Wald über so ein Plakat gestolpert mit Warnhinweisen zur negativen Auswirkung von 5G. Was ist da dran? Wie gefährlich ist 5G? Kriege ich bald einen dritten Arm, wenn der Mast da jetzt über halb der Stadt errichtet wird auf dem Hügel, oder ist das völliger Humbug?
Christian Rusche: Da gibt’s erstens zwei Antworten. Die erste wäre: Man sagte auch, dass Handys dazu führen, dass man Hirntumore bekommt. Das heißt, dass man, wenn manzu viel telefoniert, irgendwann an einem Hirntumor stirbt. Ich glaube, bei den ersten Generationen der Handys war das auch nicht ganz unbegründet, wenn man wirklich sehr viel telefoniert hat, dass da auch irgendwann mal gesundheitliche Schäden auftreten. Das heißt, das ist der negative Effekt gewesen. Der positive Effekt war aber, dass man überall und jederzeit den Krankenwagen rufen konnte. Das heißt, man musste nicht irgendwie ein Festnetz oder sonst irgendwas suchen, sondern man hat das Handy gezückt und konnte dann anrufen, und dann hat eben der mit dem Herzinfarkt überlebt, was er vorher vielleicht nicht getan hätte. Das heißt, die positiven Effekte, die werden bei der Betrachtung beim Mobilfunk allgemein schon mal, was soll ich sagen, ein bisschen ausgeblendet. Das heißt, da ist schon was dran, aber die positiven Effekte überwiegen. Und bei diesen neuesten Handy-Generationen ist das auch kein Thema quasi mehr, auch vor allem mit Fernsprecheinrichtungen und so weiter. Aber ich schweife ein bisschen ab.
Roland Schäffer: Gilt das dann auch für diesen Sendeturm?
Christian Rusche: Genau! Auf diesen Sendeturm wollte ich auch gerade kommen. Dann ist die Frage: Was ist das für ein Sendeturm? Das heißt, wir haben Frequenzen im Bereich bei 5G, das sind entweder die unter 1 GHz. Wir haben die -lasst mich nicht lügen -irgendwie zwischen 2 und 3, und dann nochmal die zwischen 3,4 und 3,8 GHz. Das sind so die, die für diesen allgemeinen Mobilfunk verwendet werden. Das heißt, das sind so die Frequenzen. Und jetzt muss man sich überlegen, das WLAN, das hat eine Frequenz von 2,4 bis 5. Das heißt, bevor man Angst hat vor so einem Mast, sollte man mehr Angst haben vor dem eigenen WLAN zu Hause.
Roland Schäffer: Oh nein!
Christian Rusche: Dann gibt’s natürlich noch weitere Frequenzen, die freigegeben werden. Das heißt einerseits noch 6 GHz, das wird dann auch nochmal so in industrielles WLAN fließen. Das heißt, das ist nochmal eine höhere Frequenz. Und was man bei 5G auch im Moment hat, sind so die Frequenzen im Bereich 24, 26 GHz. Das heißt, die richtig kurzwellig, richtig ein starkes Signal. Das ist aber nur für lokale Anwendungen freigegeben. Das heißt, da kann nur ein Betrieb quasi sich diese Frequenzen sichern. Ich habe mal nachgeguckt, irgendwie gab‘s acht Anträge für diese Frequenzen zur Benutzung und sieben wurden zugeteilt.
Roland Schäffer: Sehr cool, dass du da so tief auch drin bist. Gerade der Vergleich zu dem Router hat mir gefallen. Das ist,glaube ich, echt ein Argument, das ich noch nicht bedacht hatte. Jetzt sagst du natürlich, je höher die Frequenz, desto weniger Reichweite hat man. Ist das soweit korrekt, bin ich da richtig?
Christian Rusche: Genau!
Roland Schäffer: Und desto mehr Türme braucht man doch eigentlich auch?
Christian Rusche: Genau! Das werden dann nicht mehr diese Masten da auf dem Dach sein, sondern das sind dann so kleine Antennen irgendwie in Geschäften. Die sind nicht genehmigungspflichtig, sondern nur anzeigepflichtig. Das heißt, man muss sie nur der Bundesnetzagentur anzeigen. Dann ist es eben so eine kleine Antenne, wie man sie vielleicht von so einer WLAN-Station kennt und damit vergrößert man quasi die Reichweite, weil man die Zellen so kleiner macht. Das heißt, man braucht nicht überall diese riesigen Masten, sondern insbesondere in Ballungsgebieten werden das relativ kleine sein. Vielleicht fallen die auch gar nicht auf, weil das nur so eine Antenne auf so einer Ampel obendrauf ist. 
Roland Schäffer: Das sind komplett neue Erkenntnisse. Für dich auch, Stefan?
Stefan Schmugge: Definitiv! Ich habe auch dieses Beispiel mit dem WLAN-Router sofort verinnerlicht. Ich werde jetzt gleich mal gucken, ob mein Personal Hotspot an meinem Handy an ist. Und wenn ja, werde ich ihn sofort ausmachen. Man muss ja auf seine Gesundheit achten, speziell im Alter.  Roland Schäffer: Podcast ist offline.
Christian Rusche: Was ich noch sagen muss, diese Antennen, die auf dem Dach, die senden natürlich mit höherer Leistung. Das heißt, da den Kopf dranhalten würde ich jetzt auch nicht. Das heißt aber, da sie ja da oben sind, und selbst, die unten drunter wohnen, haben noch die Decke dazwischen, und insbesondere diese relativ hochfrequenten Strahlen, die brauchen eigentlich schon fast Sichtverbindung. Das heißt, diese 24 GHz, die brauchen eigentlich Sichtverbindung. Das heißt, so eine Decke nimmt die komplett aus dem Spiel quasi.
Stefan Schmugge: Christian, lass uns mal deine beiden Steckenpferde 5G und Industrie 4.0 ein bisschen miteinander verbinden. Im Moment ist es so, wenn die Welt ein Supermarkt wäre, dann wäre der eigentlich ständig in Renovierung, während die Leute dort einkaufen. Hier mal eine neue frische Theke, da eine neue Abteilung, da ein neues Regal, so ungefähr geht’s im Moment auch in unserem Weltmarkt zu. Ständig neue Dynamik, neue Anforderungen, die der Industriekunde vielleicht hier bräuchte. Die Zusammenhänge werden eigentlich immer komplexer und ständig gibt es irgendwo einen neuen Trend, der da geboren wird. Wie zum Beispiel eben auch der Einsatz von 5G als Technologie, um der Industrie 4.0 ein bisschen den Weg zu ebnen. Vielleicht kannst du uns ein bisschen mitnehmen, in welchen Industriezweigen du schon 5G-Innovationen siehst, Stand heute, und in welchen wir vielleicht zeitnah Innovationen sehen werden.
Christian Rusche: Definitiv sehen kann man Innovationen, was 5G betrifft, heute schon, insbesondere bei dem Maschinen-und Anlagenbau. Das heißt, da sieht man auch wirklich schon, wie soll ich das sagen, vielleicht noch nicht fertigentwickelt, aber wirklich sehr weitentwickelte Produkte, die man da schon haben kann, wie Flurförderfahrzeuge. Das heißt so selbstfahrende Autos quasi, die sich selbst mit 5G absprechen. Wir haben, ich glaube, das Fraunhofer hat etwas entwickelt, so einen kleinen Logistikschwarm, der sich lokal eben selbst abstimmt. Das heißt, so eine kleine Schwarmintelligenz, die dann mit Hilfe ihrer Schwarmintelligenz Logistikprobleme löst. Das heißt, wenn was Großes da ist, schließen sie sich beispielsweise zusammen, wenn kleinere da sind, dann nimmt jeder einen Teil und dann fahren die eben unabhängig voneinander. Das heißt, da in diesem Maschinen-und Anlagenbau sieht man auch schon, dass da wirklich Anwendungen schon stattfinden. Das gilt auch schon für die Produktion quasi von Produkten. Und was wirklich am Ende bei denEndkonsumenten ankommt, da könnte es noch ein bisschen dauern. Das heißt, man sieht dann vielleicht irgendwann, dass dann die Autos autonom fahren und sich mit 5G quasi abstimmen. Das dauert aber noch, weil eben autonomes Fahren generell noch so ein schwieriges Thema ist. Aber so 5G, was diese Downloadraten und so weiter anbelangt, das sieht man heute schon. Und in Zukunft sollen natürlich auch, insbesondere was den ländlichen Raum angeht, auch noch mehr E-Health kommen, dass der Arzt in Dresden oder so sitzen kann und der Patient dann, keine Ahnung, in Hoyerswerda oder so. Das heißt, das soll auch noch kommen, aber das ist alles noch in der Mache, würde man sagen.
Roland Schäffer: Jetzt hat sich Deutschland bei dieser Vergabe von Frequenzen für den 5G-Mobilfunk so einen kleinen Sonderweg rausgenommen. Und zwar hat es sich 100 MHz von diesem Spektrum reserviert für die 5G-Netze und Firmen und Forschungseinrichtungen können das gegen eine Gebühr dann selber aufbauen. Ist das in deinen Augen einTreiber für Innovation, und wenn ja, warum?
Christian Rusche:Wenn ich mich richtig erinnere, ist diese Abspaltung von ein bisschen Frequenz explizit auf den Wunsch von Industriebetrieben zustande gekommen. Das heißt, die haben sich wirklich etwas davon erhofft, ihr eigenes Netz zu haben. Das heißt, das machen die auch nur, wenn sie da wirklich auch Innovationen sich davon versprechen. Das heißt, dass man da ein bisschen von diesem Netz abspaltet und denen zur Verfügung stellt, ist auch wirklich ein Treiber von Innovation, weil die dann ihr eigenes Spektrum haben, wo keiner denen irgendwie reinfunkt, wo keine Interferenzen sind, wo sie nur allein bestimmen, wie das aufgebaut wird. Und dementsprechend können die das dann auch jederzeit verändern, wenn sie irgendwie Verbesserungsbedarf sehen. Das heißt, das ist wirklich Innovationspotenzial, das man da auch hat. Also wirklich breit ausgerollt ist es, glaube ich, noch nicht. Ich glaube, es gibt irgendwie 88 Zuteilungen und irgendwie 92 Anträge, irgendwie Stand letzten Jahres.
Roland Schäffer: Also überschaubar.
Christian Rusche: Genau! Es kann dann eine Universität sein oder dann irgendwie ein Industriebetrieb wie, ich glaube, Bosch und so weiter sind dabei, oder auch Porsche und BMW. Vielleicht bauen die sich auch ein Testnetz, wo sie autonom Autos fahren lassen können oder sie setzen das in der Produktion ein, damit sie sich Kabel und was weiß ich nicht alles sparen.
Roland Schäffer:Weißt du,was man denn, ich jetzt als Privatunternehmer Roland Schäffer oder als Behörde oder Forschungseinrichtung tun muss, um mir selbst so ein 5G-Netz aufbauen zu können?
Christian Rusche: Das Erste ist, man braucht diese Frequenz und die wird einem dann auf Antrag zugeteilt. Das heißt, man muss das beantragen, man muss dann darlegen, was man damit machen will, und wie viel man braucht. Dann wird das geprüft, man muss dann einen Betrag zahlen. Der Betrag ist abhängig einerseits, wie viel Frequenz du brauchst, also von 10 MHz bis 100 geht das, je mehr, desto teurer. Ich glaube, es hängt auch ab von der Fläche auf jeden Fall, die du abdeckst, und wie lange du es dann brauchst. Dementsprechend musst du dann einen Betrag überweisen und dann ist das dannquasi, wenn die Bundesnetzagentur zustimmt, für die Zeit, die du beantragt hast, deine Frequenz. Das Problem ist: Was machst du dann? Da muss man sich überlegen: Soll es denn mit diesem normalen Internet oder mit diesem normalen Netz der Netzbetreiber interagieren oder soll es komplett quasi alleine sein? Wenn es dann komplett alleine sein soll, muss man sich überlegen: Frage ich dann irgendwie einen von diesen Herstellern, also keine Ahnung, Nokia oder Ericsson, ob sie denn jemanden kennen, der eben ihre Produkte bei mir installiert und dann vielleicht auch als Dienstleistung betreibt? Oder ich muss mir dieses ganze Know-how und Fertigkeiten selbst ins Haus holen, das heißt, die Geräte anschaffen und das Personal, das die aufbauen und bedienen kann. Und dann kann es eigentlich schon losgehen.
Roland Schäffer: Danke dir! Dann weiß ich jetzt, wo ich starten kann.
Christian Rusche: Mit dem Antrag, wie immer in Deutschland.
Stefan Schmugge: Das passt gerade das Stichwort, das übernehme ich gleich mal. Zum Thema 5G und zum Thema, was das für ein Potenzial bringt. Der Verband der Elektroindustrie hat angesichts der Möglichkeiten von 5G neulich von einem enormen Potenzial für technologische Entwicklung und Innovation in Deutschland gesprochen. Jetzt frage ich mich immer: Ist dem wirklich so? Ist Deutschland nicht derzeit eher als Bürokratie-Führer bekannt und weniger als das Land des wirtschaftlichen Fortschritts? Christian, wie siehst du das in dem Kontext 5G?
Christian Rusche: Da muss ich sagen, vom Institut der deutschen Wirtschaft, wir werden von den Unternehmen finanziert, das heißt: Ja, also die Unternehmen sind natürlich immer innovativ. Also jetzt ohne Spaß, die Unternehmen sind eigentlich die, die auch ständig das vorantreiben. Das sind auch die, die die Anträge stellen, die Druck auf die Politik ausgeübt haben, dass es das überhaupt gibt, und die, die dann diese Entwicklung quasi entwickeln und dann auch zur Marktreife bringen. Und das machen die natürlich, weil die da auch das entsprechende Potenzial sehen und weil sie vielleicht zum Teil auch Angst haben, dass andere Unternehmen in anderen Staaten ihnen dann quasi den Markt abgraben. Das heißt, die Unternehmen sind da eigentlich schon hinterher und die sehen da eigentlich, wenn ich so die Investitionen mir anschaue, auch wirklich Potenzial. Jetzt bei der Politik, also es ist nicht so, als würden die natürlich nichts machen. Das heißt, fast jedes Bundesland hat, glaube ich, seinen 5G Aktionsplan, wir haben eine Bundesstrategie 5G, wir haben Förderprogramme für allgemeinen Breitbandausbau, der auch für 5G hilft, und wir haben noch spezielle Förderprogramme für diese Antennen. Und wir haben irgendwelche Forschungszentren, die unterstützt werden, auch dort forschen und Use Cases quasi anbieten. Das Problem ist: Die Öffentlichkeit, insbesondere was so die Industrie anbelangt, sieht das nicht, weil sie natürlich nie bei Siemens oder so irgendwie so eine Großanlage kauft. Das heißt, weil Deutschland so industriell geprägt ist, geht da schon viel ab. Aber relativ unbemerkt, weil das zwischen Unternehmen im internationalen Markt und in der Industrie bleibt. Was dominiert im Konsumentengeschäft, sind dann eben diese ausländischen Anbieter, eben diese Smartphone-Anbieter aus China und dann die Diensteanbieter aus den USA.
Stefan Schmugge: Um dir das nochmal kurz zu spiegeln, Christian, das sehen wir bei Dell Technologies aber auch ganz krass, dass es fast keinen Kunden mehr gibt, speziell in diesem Bereich Produktion und Industrie, der das Thema 5G nicht irgendwie in seinem Strategiepapier oder in seinem Innovationsdokument der IT irgendwo dokumentiert hat. Also alle haben Fragen dazu, alle haben Ideen dazu oder alle bauen auch dazu irgendwelche Konzepte auf. Also von daher stimme ich dir da voll und ganz zu.
Roland Schäffer:Ist das ein Thema, wie du schon vorhin angesprochen hast, du hast jetzt eine Siemens genannt, du hast eine Bosch genannt, das sind alles große Unternehmen, inwieweit ist dieser finanzielle Aufwand dieser Technologie auch umsetzbar für zum Beispiel den deutschen Mittelstand?
Christian Rusche:So ein typischer Mittelständler, also Deutschland ist auch das Land der großen Mittelständler, vielleicht, naja, so Mittelstand, was ist jetzt Mittelstand? Es gibt verschiedene Definitionen. Einer würde dann sagen: Durch Familienmitglieder quasi geführt. Dann müsste man Schaeffler und BMW auch dazu zählen. Das heißt, was ist Mittelstand? Aber wenn man so diesen typischen Mittelständler uns anschauen, so um die, keine Ahnung, 500 Beschäftigte oder so, dann weiß ich nicht, ob der wirklich, was so Campusnetze angeht, da vorangeht. Das
heißt, da ist, glaube ich, eher: Die warten noch ab quasi, was so sich an Use Cases etabliert, und dann kaufen die quasi fertige Lösungen von anderen ein, je nachdem, was für sie passt. Das heißt, das ist, was ich so sehe. Dass man nicht auf Teufel komm raus Geld in die Hand nimmt, um da irgendwie eigene Lösungen zuentwickeln, sondern man sondiert wirklich den Markt, man sondiert auch die Möglichkeiten, was es so an Use Cases gibt, und dann, je nachdem, wenn man Potenzial für das eigene Unternehmen sieht, nimmt so einen Mittelständler dann auch mal wirklich Geld in die Hand und kauft zu.
Roland Schäffer: Vielleicht noch als Folgefrage dazu: Wenn man jetzt natürlich, 4G zu 5G und 3G damals zu 4G, das sind immer Sprünge, die zeitlich jetzt nicht unbedingt den größten Abstand halten. Und durch die Presse ist schon auch gegangen, es wird schon an 6G geforscht, bevor quasi 5G überhaupt implementiert ist. Sprich, wir haben hier nicht so lange Zyklen. Aber auf der anderen Seite haben wir gerade bei solchen Unternehmen, wo du selber schon gesagt hast, im Anlagenbau Steuerungssoftware, die extrem lange Lebenszyklen hat. Verträgt sich das, so ein immer weiter, schnellerer Zyklus bei der Technologie des Breitbands? Oder beißt sich das?
Christian Rusche:Wir sehen oder was ich so beobachte besser gesagt, dass sich diese Innovationszyklen auch bei diesen Produkten quasi verringern. Und die Frage ist: Kann man heute noch eine Anlage bauen, die irgendwie 30 Jahre lang läuft mit dieser selben Software? Wo dann irgendwie in 20 Jahren keiner mehr weiß, wie man die irgendwie wieder repariert oder so. Das ist dieses schöne Legacy-Problem oder wie man das nennt. Und da bietet 5G natürlich Möglichkeiten, auch relativ flexibel zu sein. Und das ist, glaube ich, auch ein Potenzial von 5G, wenn man auf diese ganze Verkabelung verzichtet und es an ein Netzwerk angeschlossen ist oder vielleicht die Rechenpower sogar nicht mehr in der Maschine sitzt, sondern woanders, und nur die Daten dann zu diesem Rechenzentrum, in diese Cloud fließen, dort verarbeitet werden und die Steuerungssignale zurückkommen, dann kann man so eine Maschine natürlich viel einfacher nachrüsten, als wenn die Hardware quasi fest in der verbaut ist und man die komplette Verkabelung und die ganzen Steuergeräte rausreißen müsste. Das heißt, diese Flexibilisierung, die 5G ermöglicht, ermöglicht auch, so Maschinen nachzurüsten. Und wenn sie irgendwann ans Netzwerk angeschlossen sind, die dann auch remote quasi upzudaten und auf den neuesten Stand zu halten.
Stefan Schmugge: Klingt für mich logisch. Klingt für mich nicht nach einem Spagat oder einem Hemmschuh in Bezug auf diese neue Innovation, die dadurch geschaffen wird. Sehr gut! Wir haben am Anfang versprochen, wir sprechen nicht nur über die helle Seite der Macht, also die Jedis, sondern auch die dunkle Seite der Macht. Welche Herausforderungen habe ich denn jetzt als Industriekunde in Bezug auf Netzwerkinfrastruktur, die ich brauche, auch in Bezug auf Skills oder Know-how, die ich brauche, wenn ich 5G verwenden möchte in der Zukunft?
Christian Rusche: Dann ist wieder die Frage: Wie groß ist denn der Markt für dieses? Das heißt, wenn 5G wirklich nur so ein Nischenphänomen bleibt, dann habe ich als einzelner Mittelständler ein Problem, weil ich dann spezifische Fachkräfte brauche und die müssen das dann alles aufbauen und betreiben. Aber wenn jetzt auf breiter Front quasi Unternehmen Lösungen nachfragen, dann etablieren sich auch irgendwie, irgendwann Dienstleister, die das dann machen. Und der Wettbewerb zwischen denen sollte dann auch dazu führen, dass die Preise dann auch relativ moderat sind. Das heißt, am Anfang wird es auf jeden Fall teuer, weil es die noch nicht gibt. Aber mit wachsender Nachfrage und mit wachsendem Marktdruck sollte es eigentlich dazu kommen, dass man nicht selbst diese Fachkräfte braucht, sondern dass man sich einfach das komplette Netzwerk quasi als Service, als Dienstleistung von irgendeinem zukaufen kann. Was dann aber man natürlich braucht, irgendwie die eigenen Maschinen und Anlagen, die müssen dannnatürlich mit dem vernetzt werden. Das setzt natürlich neue Anforderungen auch an das bestehende Personal. Da kommen auf jeden Fall noch Herausforderung auf einen zu.
Stefan Schmugge: Also muss der Netzwerker nochmal ein bisschen die Schulbank drücken und sich mit den neuen Standards vertraut machen. Wie damals bei WLAN auch, fast.
Roland Schäffer: Jetzt wurde angenommen immer, dass 5G in Zukunft auch für Internet-und Telefonanbieter effizienter sein wird. Und auf was ich jetzt zu sprechen kommen möchte, diese Energiekosten. Und es wurde in verschiedenen Tests gezeigt, dass 5G bis zu 90 % der Energiekosten während seiner Lebensdauer einsparen kann. Und das hat für mich zuerst mal als Laie keinen Sinn gemacht. Wie können wir denn Energie sparen, wenn wir doch mehr Daten pro Sekunde von A nach B senden? Kannst du das aufklären?
Christian Rusche: Das … oder Problem ist es vielleicht nicht, wir können das tun, indem wir in jedes Datenpaket jedes Kilobyte quasi effizienter verschicken. Das heißt, wenn wir diese alte Technologie verwendet hätten, wäre es natürlich eine Explosion des Stromverbrauchs gewesen. Deswegen ist auch ein Vorteil von 5G, dass man das pro Dateneinheit quasi effizienter gestalten kann. Da gibt’s verschiedene Wege, wie man das macht. Der eine ist: Man lässt die Daten quasi lokal. Das heißt, die Daten gehen nicht über das Glasfasernetz oder so weiter ins allgemeine Internet, sondern sie bleiben an dem Mast und zwischen den Geräten, die da sind, werdendie entsprechend ausgetauscht. Das kann funktionieren für Industrieanwendungen und so weiter. Zum Teil funktioniert das auch bei Konsumentenanwendungen, wenn da so eine Edge Cloud quasi in der Nähe ist. Das heißt, dann landen die Daten quasi da an diesem Mast, gehen in diese Cloud, die Cloud nicht weit entfernt, und das Ergebnis kommt dann wieder zurück. Also beispielsweise, ist vielleicht ein bisschen technisch gesprochen, aber wenn man sich so Videospiele anschaut, das heißt, dann spielt man eben ein Videospiel auf seinem Smartphone und man braucht dann eigentlich nicht mehr diese Rechenleistung, die dann alles abrechnet, sondern man braucht einfach nur die Bildgebung. Weil das Handy schickt dann die Daten über das Cloud-Gaming-Verfahren, und dann geht esin diese Edge Cloud, die in der Nähe ist, dann werden die Ergebnisse berechnet und dann das Ergebnis wieder auf dem Smartphone angezeigt. Das heißt, dadurch dass man das so lokal hält und nicht alles in zentrale Rechenzentren geht, kann man auch ein bisschen Daten sparen. Und dann hat man noch andere Sachen, beispielsweise gibt’s noch Beamforming. Das heißt, bis jetzt ist es so, dass Masten eher so wie eine Kugel ausstrahlen in alle Richtungen. Und mit Beamforming erlaubt man, dass man genau ein spezifisches Gerät mit einem zielgerichteten Strahl quasi anspricht. Und dann gibt es noch in der gesamten Wertschöpfungskette von diesem Mast auch noch Effizienzsteigerungen, die auch insgesamt alle dazu beitragen, dass man pro Megabyte ein bisschen Energie sparen kann im Vergleich zu vorher.
Roland Schäffer:Sehr schön! Also auch zum Teil nachhaltig?
Christian Rusche:Das ist immer die Frage, ob man dann die gestiegene Masse, diese Einsparungen nicht wieder wegmacht.
Roland Schäffer:Ja. Das stimmt.
Christian Rusche:Es ist immer dieses Kalorienbeispiel: Das ist jetzt nur halb so viel Fett, okay, dann kann ich doppelt so viel davon essen. Das hängt damit zusammen, wie die gesamte Entwicklung, dann auch die Nachfrage sich entwickelt.
Stefan Schmugge: Wir hatten am Anfang versprochen, wir wollten auch ein bisschen über das Thema Cybersecurity, Sicherheit an sich sprechen, was das Thema 5G angeht. Wir haben gelernt, 5G ist weit mehr als ein besseres Mobilfunknetz. Mit dieser Technologie hat ein Unternehmen die Möglichkeit, weit entfernte Außenstandorte zum Beispiel ans Unternehmen anzubinden. Ich kann selbstfahrende Autos mit meiner Zentrale verbinden, Daten austauschen, ich kann sogar die Kaffeemaschine in mein Heimnetzwerk einbinden, wenn ich denn möchte. Das vergrößert natürlich die Oberfläche für einen potenziellen Einbrecher. Das heißt, in Zukunft kann vielleicht die Kaffeemaschine angehen, weil jemand die Maschine gehackt hat und sich seinen Espresso einfach bei mir zu Hause macht. Bedeutet das potenziell mehr Angriffspunkte für einen Hacker oder habe ich da jetzt einen Denkfehler, Christian?
Christian Rusche: Wenn mehr Geräte insgesamt angeschlossen sind, vergrößert das auf jeden Fall natürlich die Angriffsfläche für so einen Hacker. Das ist naturgemäß natürlich der Fall. Das hat man jetzt auch gesehen im Corona-Jahr 2020, wo viele Leute zu Hause gearbeitet haben und für viele Unternehmen war es dann natürlich eine Herausforderung, wenn die mit ihrem privaten Laptop oder vielleicht mit Firmenlaptop oder mit Firmen-Smartphone oder privatem Smartphone dann immer auf die Systeme des Unternehmens zugegriffen haben, um da überhaupt arbeitsfähig zu sein. Und das hat auch tatsächlich einen richtigen Peak quasi nach oben gemacht bei diesen ganzen Schadensmeldungen. Ich glaube, die Bitkom-Studie vor ein paar Tagen: Letztes Jahr, also für 2019 haben die, glaube ich, mit um die 111 Milliarden, na, 109 Milliarden, glaube ich, Schaden gerechnet ungefähr. Und dieses Jahr, für letztes Jahr waren es um die 220 Milliarden Euro Schaden, allein durch diese Angriffe. Und meine Kollegin hat mal geschätzt, von diesen 220 sind irgendwie knapp über 50 auf Homeoffice insgesamt zurückzuführen und von diesen 50, ich glaube, 30 Milliarden oder so durch die zusätzliche Nutzung von Homeoffice im letzten Jahr im Vergleich zu vorher. Also das sind so die Dimension, die man dann sieht. Das war natürlich alles ohne 5G noch. Jetzt ist die Frage: Was ändert sich mit5G, wenn dann noch mehr quasi dranhängt? Da muss man sagen, 5G an sich hat eingebaute Sicherheitsstandards quasi für die Kommunikation zwischen diesen Einheiten. Das heißt, da gibt es zusätzliche Sicherheitsstandards, nichtsdestotrotz muss man natürlich da auch die Sicherheit im Auge behalten.
Roland Schäffer: Wie kann ich denn mein Unternehmen schützen? Ist das möglich? Wir haben vorhin darüber gesprochen, dass Unternehmen sich so eigene Netzwerke aufbauen. Ist das ein Schutzfaktor, diese Campus-Lösungen, die du angesprochen hast?
Christian Rusche: Genau! Diese Campus-Lösungen sind natürlich ein möglicher Schutz, weil man dann diese Daten lokal hat. Da muss man natürlich aufpassen an den Schnittstellen zum normalen Internet, wie ich das nennen würde. Aber ansonsten, wenn dieses Netz kompromittiert werden sollte, muss ein Angreifer natürlich physisch vor Ort sein. Und das schließt natürlich schon mal den weitaus überwiegenden Teil aller Angreifer im Moment im Internet aus.
Stefan Schmugge: Christian, vielleicht hast du für entweder den Privatanwender von 5G oder natürlich auch den geschäftlichen Anwender einen Tipp oder einen Trick, wie man sich gegebenenfalls vor solchen Cyberattacken ein bisschen besser schützen kann? Fragezeichen, Fragezeichen!
Christian Rusche: Wenn man sich ein bisschen mit diesen Studien zur Cybersicherheit so auseinandersetzt, kommt eigentlich ganz oft raus, dass quasi der eigene Mitarbeiter, das menschliche Versagen quasi der ausschlaggebende Faktor meist bei diesen Cyberangriffen ist. Und dass der Mensch auch dieses schwache Bindeglied quasi ist, haben auch die Verbrecher nach und nach entdeckt. Und anstatt ausgefeilte Lücken in der Software zu suchen und die anzugreifen mit wirklich intelligenter Software, versuchen sie mit billigen Phishing Mails irgendwie die Daten der Mitarbeiter abzugreifen. Das heißt, wenn man die Mitarbeiter quasi aufmerksam macht, Schulungen macht und denen auch quasi das Thema bewusstwird und dann vielleicht auch so eine Netiquette einführt, dass private E-Mails auch nur von probaten Endgeräten geführt werden oder gesendet werden, dann kann man da eigentlich schon relativ viel an Gefahren aus dem Spiel nehmen. Insbesondere, was so den Passwort-und Datenklau und so weiter angeht.
Stefan Schmugge: Sehr gut! Also hatte meine Oma damals wie immer Recht: Augen auf beim Eierkauf, auch wenn man das online macht. Alles klar!
Christian Rusche: Genau! Auch bei den Dienstleistern, die man dann vielleicht hat, muss man natürlich auch immer noch aufpassen. Ist vielleicht nicht so viel, aber man sollte doch dann auch über die Auswahl und deren Sicherheitsstandards sich vielleicht informieren, wenn die einemquasi das Netz aufbauen oder irgendetwas warten. Weil selbst das abgeschlossenste Netz, wenn da irgendwie so ein Dienstleister mit so einem USB-Stick mit einem Virus drauf ankommt, dann ist das auch schon, dann war das mal abgeschlossen quasi.
Roland Schäffer:Das ist fatal.
Christian Rusche: Genau! Das haben die Iraner mit ihren Zentrifugen da bei der Urananreicherung erlebt, dass das Netz komplett sicher abgeriegelt, Software, die kein Israeli irgendwie versteht, aber dann kommt da ein Dienstleister mit einem Virus dran und am Ende fliegt da die Hälfte von den Zentrifugen in die Luft.
Roland Schäffer:Jetzt haben wir das Thema Cybersicherheit besprochen. Und ein großes Thema, das mir natürlich, oder ein großes Thema, das immer ein bisschen durch die Medien geht, ist dieses große Battle von Glasfaser gegenüber 5G. Und 5G könnte gewinnen und Glasfaser als Breitband-Technologie überflüssig machen und ablösen. Erstmal: Ist diese Diskussion überhaupt zielführend? Oder wie siehst du das?
Christian Rusche: Wir brauchen eigentlich Glasfaser, damit 5G funktioniert. Das heißt, 5G ist jetzt nichts, wo man über weite Strecken mit kommunizieren könnte oder Daten austauschen könnte, sondern das muss dann eine große grundlastige Breitband-Infrastruktur im Hintergrund tun. Und das Beste, was es da im Moment gibt, ist Glasfaser. Das heißt, 5G eher für die letzte Meile, alles was dazwischen ist, da brauchen wir eigentlich ein gut ausgebautes Glasfasernetz, um das Rückgrat von diesem 5G zu bilden.
Roland Schäffer: Also eher ein Schulterschluss als das große Battle?
Christian Rusche: Genau! Also das sind irgendwie zwei Seiten derselben Medaille. Man braucht beide Seiten, also Henne und Ei, und damit da ein Huhn rauskommt.
Roland Schäffer:  Jetzt sprechen wir hier seit 30 Minuten über 5G und über die Vorteile und auch Risiken. Und dann kommen solche Nachrichten in der Presse wie, China arbeitet an 6G, viele Firmen forschen bereits in der Technologie. In Bayern, an der TU München wird im 6G-Zukunftslabor an 6G geforscht. Ist unsere ganze Diskussion jetzt hier eigentlich schon obsolet, wenn doch jetzt schon über 6G geforscht wird? Oder wann kommt denn 6G, wenn 5G noch nicht mal da ist?
Christian Rusche: Naja, 5G ist schon teilweise da. Aber die Diskussion, 5G ist eigentlich genau die, die hier hingehört, weil 6G soll eigentlich ab 2030 eingeführt werden. Das heißt, wenn wir hier auf der Road to 2030 sind,ist 5G genau das Thema, weil uns das bis zum Ende begleitet.
Roland Schäffer: Perfekt!
Christian Rusche: Und 6G soll dann in diesem 10-Jahres-Intervall ungefähr ab 2030 eingeführt werden.
Roland Schäffer: Das heißt, wenn wir dann irgendwann, Stefan, unsere Best-of-Folge machen 2030, dann laden wir hier wieder ein zur 6G-Folge.
Stefan Schmugge: Jetzt kommt natürlich, jetzt geht der Techie so ein bisschen in mir durch. Was ist denn der technologische Unterschied zwischen 5G und 6G? Sprechen wir wieder nur über höhere Übertragungsgeschwindigkeiten oder ist da noch ein Easteregg mit im Programm, was technologisch irgendwie die Industrie nach vorne bringt?
Christian Rusche: Es ist das Problem, ich weiß nicht, welche Gruppe das war, die haben gerade erst alle angefangen zu forschen. Die Hexa-Gruppe, die ist, glaube ich, Nokia und 21 Unternehmen in Europa, von der EU kofinanziert. Die haben gerade im Januar, glaube ich, angefangen sich zu überlegen, wie sollte denn 6G aussehen? Das heißt, da sind die Gedanken noch nicht so frisch, man weiß nur ungefähr, was es haben soll. Also auf jeden Fall mehr Downloadrate. Und was man auch haben will, noch niedrigere Latenz. Das heißt von quasi Echtzeit dann zu wirklicher Echtzeit. Und was in diesen Zeiten natürlich auch nicht fehlen darf, ist natürlich mehr Nachhaltigkeit. Das heißt weniger Energieverbrauch, aber dass man auch mit diesen bestehenden Ressourcen an Frequenzen, die nicht beliebig vermehrbar sind, eben das Maximale herausholt. Das sind so Meilensteine, die man da irgendwie sich schon gesetzt hat, die man erreichen möchte.
Stefan Schmugge: Super! Danke für diesen Einblick.
Roland Schäffer: Inwieweit kann man dieses Spielchen denn noch treiben? Inwieweit kann man denn immer weiter mit der Entwicklung hochgehen, mehr Download, mehr Upload? Irgendwann habe ich hier zwei Router um mich rum und einen auf dem Rücken. Was ist die Grenze? Gibt’s da schon Forschungen dazu?
Christian Rusche: Was ist die Grenze? The Sky Is The Limit. Ich weiß nicht, ob wir uns irgendwann zu Borgs entwickeln, also die aus Star Trek, die eben eine zentrale KI haben und alle anderen sind vernetzt und machen eigentlich nur das, was dien ihnen nahelegt und was für das Kollektiv am besten ist. So hoffentlich nicht. Aber das Ziel ist natürlich, dass man so über diese digitale Infrastruktur, was soll ich sagen, Zugriff auf alles Wissen der Welt zu jedem Ort und zu jeder Zeit hat, und das natürlich sehr schnell hat. Und irgendwann möchte man natürlich auch den ländlichen Raum mit anbinden. Das heißt, da bietet das Potenzial, dass man eben Zentralen hat, wo beispielsweise die Gesundheitsversorgung sitzt oder die Ärzte sind und dann aus der Ferne Gesundheitsprobleme lösen kann oder Operationen durchführen kann. Aber auch irgendwann, glaube ich zumindest, wird diese Entwicklung sich normalisieren. Also was so Mobilfunk angeht, wächst das Volumen, was über Mobilfunk in Deutschland abgewickelt wird, in den letzten Jahren mit 50 % pro Jahr. So eine Entwicklung geht natürlich nicht ewig weiter. Und dann, wenn die irgendwann erreicht ist, dann sind auch die Kosten für jeden weiteren Verbesserungsschritt so hoch, dass er sich auch irgendwann nicht mehr lohnt, wenn auch die Nachfrage nicht in dem gleichen Maße mitwächst. Das heißt, irgendwann wird sich diese Entwicklung abflachen. Wann genau das sein wird, ob das dann 2030, 2040 oder so sein wird, das weiß ich im Moment leider auch noch nicht.
Roland Schäffer:Schöner Ausblick auf jeden Fall. Hat mich daran erinnert, was meine Freundin mal gesagt hat: Roland, du hast mit deinem Smartphone die Möglichkeit auf alles Wissen der Welt zuzugreifen. Was machst du? Du schaust dir Memes an. Hat mich damals hart getroffen, aber war in dem Fall auch richtig. Stefan, möchtest du noch was zum Ausblick sagen?
Stefan Schmugge: Unbedingt! Ich würde sagen, recht hat sie die Freundin. Aber unser Podcast heißt nicht umsonst Road to 2030, wie der Christian jetzt auch grad schon gesprochen hat. Wir sind fast schon wieder am Ende unserer Fahrt angelangt. Unser selbstfahrendes Podcasto-Mobil muss so langsam an die Ladesäule. Aber bevor wir das dann tun und uns gemeinsam dann vielleicht noch eine Bratwurst reinhauen an der nächsten Raststätte, während das Podcasto-Mobil tankt, noch eine persönliche Frage an dich, Christian, in Bezug auf die Zukunft: Was wünschst du dir denn in Bezug auf die Anwendung eurer Forschungsergebnisse für Politik und Wirtschaft?
Christian Rusche: Was ich mir wünsche für Politik und Wirtschaft, das ist, dass die sich vielleicht mal einen Plan überlegen, was sie eigentlich haben wollen. Das heißt, im Moment sehe ich da irgendwie keine Strategie, die irgendwie zielgerichtet verfolgt wird. Und was ich gerne hätte, dass sie irgendwie eine zielgerichtete Strategie haben wollen, wie Deutschland vielleicht 2030 oder so aussieht und dementsprechend dann darauf auch hinarbeiten. Das heißt dann, Behördengänge, die komplett digital stattfinden können, kein Papier mehr in der Verwaltung, Deutschland führend in Industrie XY, baut immer noch die besten Autos und so weiter. Das heißt, ich hätte gern so eine Strategie, muss mir jetzt nicht persönlich gefallen diese Strategie und die Ziele der Strategie, aber es wäre schön, wir hätten so eine und würden die dann vielleicht auch mal zielgerichtet umsetzen.
Sie haben Ihr Ziel erreicht.
Stefan Schmugge: D’accord, d’accord! Oder save, wie die Jugend sagen würde, eines der gewählten Jugendwörter. Vielen Dank, Dr. Christian Rusche, für deine Einsicht, für deine Expertise, für deinen Ausblick in Bezug auf das Thema 5G. Mir hat’s viel Spaß gemacht. Ich freue mich sehr, dass du bei uns warst. Roland, was gibt’s aus deiner Sicht noch zu sagen?
Roland Schäffer: Ich muss jetzt natürlich ganz schnell weg hier, das Handy aus dem Fenster werfen, meine Route ausstöpseln, nachdem ich gelernt habe, dass der auf der gleichen Frequenz sendet, der Verräter. Nein, es war eine superspannende Folge. Vielen Dank, Christian, dass du da warst. Vielen Dank, dass du viele von den Punkten, die oft heiß diskutiert werden, mit Armchair-Wissen, mit so Halbwissen ein bisschen aufgeräumt hast und uns diese Zukunftsmöglichkeiten auch aufgezeigt hast. Habe ich sehr geschätzt.
Christian Rusche: Vielen Dank für die Einladung! Hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Und ich hoffe, eure Zuhörerinnen und Zuhörer werden da reichliche die zukünftigen Folgen sich auch noch anhören.
Stefan Schmugge: Das hoffen wir auch. Vielen Dank an dich! Komm gut heim! Mach‘s gut!
Christian Rusche: Vielen Dank! Schönen Tag! Bis dann!
Roland Schäffer: Damit sind wir heute wieder mit einem spannenden Thema auf der Straße gewesen und leider am Ende unseres Technologiedialogs. Vielen Dank an der Stelle an unseren heutigen Mitfahrer, Christian, für die spannenden Ein-und Ausblicke. Und ihr wollt bestimmt den nächsten Podcast nicht verpassen. Ihr findet uns auf Spotify, Apple Podcast, auf Amazon, auf Deezer, SoundCloud, YouTube und natürlich in der Dell Technologies Mediathek. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann würden Stefan, Christian und ich uns sehr freuen, wenn ihr uns eine Bewertung dalasst. Und in der nächsten Folge schaltet ihr bestimmt wieder ein, denn da geht es über Cloud Gaming und die Zukunft der Spieleindustrie. Bis dahin!

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