Wie das Mindset der Millenials die Arbeitswelt auf den Kopf stellt

Worin unterscheiden sich die Vertreter unterschiedlicher Generationen? Was haben Baby Boomer noch mit jungen Leuten aus den Generationen Y und Z gemeinsam? Wie verändern die „Grünschnäbel“ die Arbeitswelt heute und wie brechen sie geltende Paradigmen auf?

Lange Zeit hörte man die Arbeitgeber stöhnen: Millenials seien viel zu Freizeitorientiert, sie würden beim kleinsten Gegenwind sofort zusammenbrechen und stellten trotzdem höchste Ansprüche. Nun sitzen die „digital Natives“ schon einige Jahre fest auf den Satteln ihrer Bürostühle. Und haben ihr spezielles Mindset und ihre normativen Forderungen längst in die DNA des Arbeitsmarktes gepflanzt. Wer als Unternehmer Talente für sich begeistern möchte, der hat längst begriffen: Alles „mimimi“ bewahrt nicht vor einem – oftmals tiefgreifenden – Wandel der Unternehmenskultur.

Dr. Steffi Burkhart, Human Capital Evangelist, hat es sich zum Ziel gesetzt, den Chefinnen und Chefs in Deutschland die Augen über Generation Y und Z zu öffnen. Ein aktiver Beitrag zur Generationenverständigung, der hilft, Vorurteile abzubauen und aufzurütteln. Der War for talents wird sich in den kommenden Jahren immer mehr zuspitzen. Wer seinen Erfolg sichern möchte, muss am Ball bleiben und als attraktiver Arbeitsgeber wahrgenommen werden.

Was wollen die jungen Arbeitsnehmer denn nun eigentlich? Sie möchten in Organisationen gerne in Netzwerken zusammenarbeiten, Experimentierräume und vielfältige, diverse Teams, sagt Dr. Steffi Burkhart.

Ein weiterer Aspekt, der die Generationen Y & Z auszeichnet, ist ihre starke digitale Prägung. Während die früheren Generationen einen Großteil ihres Lebens ohne Internet, Handy und ohne eine schier unendliche Medienvielfalt verbracht haben, wuchsen die Millenials bereits damit auf. Der Umgang mit der digitalen Welt prägt die Generation Y & Z stark in ihrem Denken und Handeln. So zeichnen sich die Millenials durch häufig durch eine bewundernswerte Selbstverständlichkeit im Umgang mit neuen Technologien aus, die Ältere oftmals ins Staunen versetzt.

Ob ein Unternehmen, für junge Talente besonders attraktiv ist, ist auch eine Frage der Kultur, die dort gepflegt wird. Der Kulturbegriff setzt sich in diesem Zusammenhang nach Dr. Steffi Burkhart aus drei Bereichen zusammen. Diese Fragen sollten sich Unternehmer stellen:

  • Sind wir technologisch am Puls der Zeit? Können wir die Ansprüche der jungen Menschen erfüllen und ihnen die beste Hardware und die besten Technologien zur Verfügung stellen? (Lesetipp: Wie sieht der Future Workplace aus?)
  • Wie sind die Unternehmens-Strukturen aufgebaut und Hierarchien geregelt? Wie sind Arbeitsräume angeordnet, bieten diese Möglichkeiten flexibel und dem eigenen Arbeitstyp gemäß zu arbeiten, wird durch die Architektur Kollaboration unter der Belegschaft gefördert?
  • Welche Führungskultur prägt das Unternehmen? Fungieren Führungskräfte eher Partnerschaftlich als Mentoren oder Coaches? Biete ich den jungen Talenten Raum zur Weiterentwicklung?

Junge Talente der Generation Y & Z möchten ihre Arbeit als sinnstiftend erleben und sich mit ihren Arbeitsinhalten und auch mit den Unternehmenszielen identifizieren.

Für die Arbeitswelt in zehn Jahren prognostiziert Dr. Steffi Burkhart als Trend eine weitere Steigerung der Fluidität der Arbeitsverhältnisse. Unternehmen unterschätzen ihrer Meinung nach bislang den Trend, dass viele junge Menschen gar nicht mehr klassisch in einer Organisation angestellt sein möchten, sondern als Freelancer unter dem Stichwort „Gig Economy“ tätig sein werden. So entwickele sich das Arbeitgeber – Arbeitnehmer Verhältnis mehr und mehr zu einem Auslaufmodell.

Lioba Schmidt

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